Laborwerte

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Laborwerte sind medizinische Messwerte aus Blut, Urin und anderen Körperflüssigkeiten. Sie gehören zu den wichtigsten Grundlagen der Diagnostik und liefern Informationen über die Funktion nahezu aller Organsysteme sowie über Stoffwechsel, Entzündungen, Infektionen, Gerinnung und hormonelle Regulation. Zu den wichtigsten Laborwertgruppen zählen unter anderem

und zahlreiche weitere Laborparameter.

Diese Übersichtsseite vermittelt die Grundlagen der Laboratoriumsdiagnostik und führt zu weiterführenden Fachartikeln über einzelne Laborwerte, Laborwertgruppen und typische Laborbefunde.

Was sind Laborwerte?

Laborwerte sind messbare biologische Parameter, die aus Blut, Liquor, Urin, Stuhl oder anderen Körperflüssigkeiten (z. B. Zystenpunktaten) bestimmt werden. Sie liefern wichtige Informationen über die Funktion von Organen, Stoffwechselvorgängen und Krankheitsprozessen. Zu den bekanntesten Laborwerten gehören beispielsweise Blutzucker, Cholesterin, Kreatinin oder die Leberwerte GPT, GOT und Gamma-GT.

Laboruntersuchungen zählen zu den wichtigsten diagnostischen Verfahren der modernen Medizin. Sie können Erkrankungen frühzeitig erkennen, den Schweregrad einer Krankheit beurteilen und den Erfolg einer Behandlung überwachen. Viele Erkrankungen verursachen zunächst keine Beschwerden, führen aber bereits zu Veränderungen bestimmter Laborwerte.

Warum werden Laborwerte bestimmt?

Laborwerte werden aus unterschiedlichen Gründen erhoben. Sie dienen der Vorsorge, der Diagnosestellung, der Verlaufskontrolle und der Therapieüberwachung.

Typische Fragestellungen sind:

  • Liegt eine Entzündung oder Infektion vor?
  • Funktionieren Leber, Nieren und andere Organe normal?
  • Bestehen Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus?
  • Liegt eine Blutarmut (Anämie) vor?
  • Gibt es Hinweise auf hormonelle Erkrankungen?
  • Wie wirkt eine medikamentöse Behandlung?

Oft lassen sich Erkrankungen bereits anhand charakteristischer Veränderungen bestimmter Laborwerte vermuten. Die endgültige Diagnose ergibt sich jedoch immer aus der Gesamtheit aller Untersuchungsergebnisse.

Welche Organsysteme lassen sich durch Laborwerte beurteilen?

Laborwerte ermöglichen die Beurteilung nahezu aller wichtigen Organsysteme des Körpers. Dabei werden häufig mehrere Parameter gemeinsam betrachtet.

Zu den wichtigsten Laborwert-Gruppen gehören:

  • Leberwerte zur Beurteilung des Leberparenchyms (inkl. Syntheseleistung und Entgiftungsfunktion) und von Gallenwegen
  • Nierenwerte zur Abschätzung der Nierenfunktion
  • Blutbild zur Untersuchung der Blutzellen
  • Entzündungsparameter als Hinweis auf Infektionen und Entzündungen
  • Elektrolyte zur Beurteilung des Wasser- und Mineralstoffhaushalts
  • Gerinnungswerte zur Einschätzung der Blutgerinnung
  • Schilddrüsenwerte zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion
  • Tumormarker als ergänzende Untersuchungen bezüglich bestimmter Krebserkrankungen

Die Interpretation einzelner Laborwerte erfolgt dabei häufig im Zusammenhang mit Anamnese, körperlicher Untersuchung und weiteren Untersuchungsparametern, wie bildgebenden Verfahren.

Wie entstehen Referenzbereiche?

Laborwerte werden üblicherweise mit sogenannten Referenzbereichen verglichen. Diese Bereiche beschreiben die Werte, die bei einem großen Teil gesunder Menschen gemessen werden.

Die Referenzbereiche können abhängig sein von:

  • Alter
  • Geschlecht
  • verwendeter Labormethode
  • Messgerät
  • Bevölkerungsgruppe

Deshalb können sich Normwerte zwischen verschiedenen Laboratorien geringfügig unterscheiden. Ein Wert außerhalb des Referenzbereichs bedeutet nicht automatisch, dass eine Erkrankung vorliegt. Umgekehrt schließen Werte innerhalb des Referenzbereichs eine Krankheit nicht immer sicher aus.

Warum müssen Laborwerte immer im Zusammenhang interpretiert werden?

Ein einzelner Laborwert erlaubt häufig nur eine begrenzte Aussage. Erst die Kombination mehrerer Laborwerte sowie die Berücksichtigung von Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamenten und weiteren Untersuchungsbefunden ermöglicht eine fundierte medizinische Beurteilung.

Beispielsweise kann eine erhöhte Gamma-GT auf eine Lebererkrankung hinweisen, aber auch durch Medikamente, Alkoholkonsum oder andere Ursachen verursacht werden. Ebenso können erhöhte Entzündungswerte unterschiedliche Auslöser haben.

Laborwerte sind daher wichtige Bausteine der Diagnostik, ersetzen jedoch nicht die ärztliche Gesamtbewertung. Ihre Aussagekraft entsteht vor allem durch die Einordnung in den individuellen klinischen Zusammenhang.

Organbezogene Laborwerte

Leberwerte

Laborwerte der Leber geben Auskunft über Leberzellschädigung, Gallebildung und -abfluss und Syntheseleistung der Leber. Wichtige Parameter sind GPT, GOT, Gamma-GT, alkalische Phosphatase, Bilirubin, Albumin und Quick bzw. INR. Die wichtigsten Werte:

Nierenwerte

Nierenwerte geben Auskunft über die Filter- und Ausscheidungsfunktion der Nieren. Sie helfen bei der Diagnose und Verlaufskontrolle von akuten und chronischen Nierenerkrankungen. Zu den wichtigsten Parametern gehören Kreatinin, die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR), Cystatin C und Harnstoff.

Pankreaswerte

Pankreaswerte dienen der Beurteilung von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse. Besonders bei Verdacht auf eine akute oder chronische Pankreatitis spielen Lipase und Amylase eine wichtige Rolle. Ergänzend können spezielle Untersuchungen wie die Bestimmung der Pankreas-Elastase im Stuhl Hinweise auf eine unzureichende Organfunktion (Pankreasinsuffizienz) liefern. Die wichtigsten Werte:

Schilddrüsenwerte

Schilddrüsenwerte helfen bei der Diagnose von Über- und Unterfunktionen der Schilddrüse sowie von Autoimmunerkrankungen und Schilddrüsenkrebs. Die wichtigsten Laborparameter sind TSH, freies T3 (fT3) und freies T4 (fT4). Die wichtigsten Schilddrüsenwerte:

Herzwerte

Herzwerte geben Aufschluss über eine entzündliche, ischämische oder traumatische Schädigung der Herzmuskulatur. Die wichtigsten Werte:

Blutbild und Hämatologie

Das Blutbild gehört zu den am häufigsten bestimmten Laboruntersuchungen. Es liefert Informationen über die roten und weißen Blutkörperchen sowie die Blutplättchen und kann Hinweise auf Anämien, Infektionen, Entzündungen oder Erkrankungen des blutbildenden Systems geben. Die wichtigsten Werte:

Blutbild

Das Blutbild ergibt Informationen über viele verschiedene Funktionen im Körper, so vor allem über Entzündungsprozesse, eine Blutarmut, die Blutbildung im Knochenmark, Infektionen oder eine lymphatische Erkrankung. Die wichtigsten Werte:

Entzündung und Immunologie

Entzündungswerte

Entzündungsparameter unterstützen die Erkennung und Verlaufskontrolle von Entzündungen und Infektionen. Zu den wichtigsten Laborwerten zählen das C-reaktive Protein (CRP), die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG), die Leukozytenzahl und das Procalcitonin. Die wichtigsten Werte:

Autoimmunparameter

Autoimmunparameter helfen bei der Diagnose und Verlaufskontrolle von Autoimmunerkrankungen. Sie umfassen verschiedene Autoantikörper, die auf Erkrankungen wie rheumatische, entzündliche oder andere immunvermittelte Krankheiten hinweisen können. Zu den wichtigsten Parametern zählen ANA, ANCA, Rheumafaktoren und Anti-CCP-Antikörper.

Stoffwechsel und Ernährung

Diabetes-Tests

Laboruntersuchungen sind unverzichtbar für die Diagnose und Verlaufskontrolle des Diabetes mellitus. Wichtige Parameter sind der Nüchternblutzucker, der Langzeitwert HbA1c sowie der orale Glukosetoleranztest (oGTT).

Blutfette

Blutfette liefern wichtige Informationen über das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zu den wichtigsten Parametern gehören Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin, Triglyzeride und Lipoprotein(a). Die wichtigsten Werte:

Bluteiweiße

Bluteiweiße übernehmen zahlreiche Aufgaben im Organismus, darunter den Stofftransport, die Immunabwehr und die Aufrechterhaltung des Flüssigkeitshaushalts. Veränderungen von Albumin, Gesamteiweiß oder Immunglobulinen können auf unterschiedliche Erkrankungen hinweisen. Die wichtigsten Werte:

Eisenstoffwechsel

Laborwerte des Eisenstoffwechsels ermöglichen die Beurteilung der Eisenversorgung des Körpers. Besonders Ferritin, Transferrin, Transferrinsättigung und Serum-Eisen spielen bei der Abklärung von Eisenmangel (Folge: Anämie) und Eisenüberladung (Folgen: Hämosiderose, Hämochromatose) eine wichtige Rolle. Die wichtigsten Werte:

Kupferstoffwechsel

Laborwerte des Kupferstoffwechsels helfen bei der Beurteilung der Kupferversorgung des Körpers sowie bei bestimmten Stoffwechselerkrankungen. Besonders bei Verdacht auf einen Morbus Wilson oder einen Kupfermangel spielen Parameter wie Kupfer und Coeruloplasmin eine wichtige Rolle.

Spurenelemente

Spurenelemente werden vom Körper nur in geringen Mengen benötigt, sind jedoch für zahlreiche Stoffwechselvorgänge unverzichtbar. Die Bestimmung von Spurenelementen, wie Zink, Kupfer, Magnesium oder Selen, kann Hinweise auf Mangelzustände, Ernährungsstörungen oder bestimmte Erkrankungen liefern.

Gerinnungswerte

Gerinnungswerte beurteilen die Fähigkeit des Blutes zur Blutstillung. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Abklärung von Blutungsneigungen, Thrombosen und Lebererkrankungen sowie bei der Überwachung gerinnungshemmender Medikamente. Die wichtigsten Werte:

Hormone

Bei Befindens-, Entwicklungs- und Stoffwechselstörungen können Veränderungen im endokrinen System die Ursache sein. Oft lohnt es sich, diagnostisch einzelne Hormone zu testen. Einige Parameter:

Tumormarker, Krebsverlauf, Nachsorge

Tumormarker sind körpereigene Substanzen, deren Konzentration bei bestimmten Krebserkrankungen erhöht sein kann. Sie werden vor allem zur Therapiekontrolle, Verlaufskontrolle und Nachsorge eingesetzt, eignen sich jedoch meist nicht für die allgemeine Krebsfrüherkennung. Die wichtigsten Werte:


Laborwerte nach Krankheitsbildern


Alle Laborwerte und -befunde (Liste)


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Laborwerte mit System- bzw. Organbezug

Pathologische Laborwerte (Liste)

Wichtige Infos

Bei allen Laborwerten sind die Normgrenzen der einzelnen Laboratorien zu beachten.

Hinweis: Die individuelle Interpretation von Laborwerten ist Sache des behandelnden Arztes. Er berücksichtigt dabei Anamnese, Krankheitsbild und den Verlauf der Werte.

Weitere Messwerte


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Diese Übersichtsseite bildet den zentralen Einstieg in den Themenbereich „Laborwerte“. Ausführliche Informationen finden Sie in den einzelnen Fachartikeln zu Leberwerten, Nierenwerten, Blutbild, Entzündungswerten, Gerinnungswerten, Schilddrüsenwerten, Diabetes-Tests und weiteren Laborwerten.

Weiterführende Informationen

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Letzte Aktualisierung von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt):

Von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Approbation, Promotion Medizinische Fakultät Universität Freiburg, 3 Jahre Biochemische Forschung Universität Bochum, Klinische und experimentelle Forschung in Zusammenarbeit mit dem Biochemischen Institut der Naturwissenschaftlichen Fakultät Freiburg und dem Institut für Informatik Würzburg. Habilitation an der Medizinischen Klinik der Universität Freiburg. Chefarzt der DRK-Kliniken Berlin und am Klinikum Frankfurt (Oder). Veröffentlichungen in verschiedenen hochrangigen Peer-Review-Journals inkl. Hepatology, Artif Intell Med., J Lipid Res., Adv Enzyme Regul., Dtsch Med Wochenschr., Med Welt., Z Krebsforsch., Ultraschall Med.