Allgemeines
Die Transferrinsättigung ist ein Laborwert, der den Grad der Sättigung des Transportproteins für Eisen im Blut angibt. Sie ist – wie auch der Ferritinspiegel – ein Hinweis auf den Eisenbestand des Körpers. Der Wert wird zur Diagnostik einer Anämie und der Hämochromatose verwendet.
Die Transferrinsättigung hängt von der Syntheseleistung der Leber ab. Bei einer Leberinsuffizienz kann die Transferrin-Konzentration erniedrigt sein 1, was bei der Beurteilung seiner Sättigung an Eisen berücksichtigt werden muss. Eine höhere Sättigung kann in solch einem Fall bei einer niedrigeren Eisenbeladung des Körpers erreicht sein.
Bei vermutetem Eisenmangel wird ergänzend der lösliche Transferrinrezeptor (sTfR) bestimmt, der unabhängig von störenden Entzündungsreaktionen erhöht ist.
Indikationen
Die Transferrinsättigung dient zusammen mit anderen Parametern (Eisen i.S., Ferritin, löslicher Transferrinrezeptor (sTfR)) zur Klärung der Eisenbeladung des Körpers, speziell bei einer Anämie oder bei einer Hämochromatose.
→ Zu Transferrin siehe hier.
Referenzwert
Der Normbereich für die Transferrinsättigung liegt bei 16 – 45 %.
Erhöhter Wert
Eine Sättigung über 45 % bedeutet einen wahrscheinlichen Eisenüberschuss im Körper.
- Eine Sättigung zwischen 45 und 75 % findet man bei einem haploiden Typ einer Hämochromatose.
- Bei einer Sättigung über 75 % ist eine Hämochromatose sehr wahrscheinlich.
Erniedrigter Wert
Eine Sättigung unter 16 % findet man bei einer Eisenmangelanämie. Für sie sind zu kleine Erythrozyten mit einem zu geringen Gehalt an Hämoglobin (hypochrome mikrozytäre Anämie) typisch.
Verweise
- Eisen
- Eisenstoffwechsel
- Transferrin
- Löslicher Transferrinrezeptor (sTfR)
- Ferritin
- Hämochromatose
- Eisenmangelanämie
Weiteres
- Liver Transpl. 2018 Mar;24(3):343-351. doi: 10.1002/lt.24981[↩]
