Die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) ist eine aus Laborwerten errechnete Angabe über die Leistungsfähigkeit der Nieren. Sie ist ein Maß für die Klärung des Bluts von ausscheidungspflichtigen Substanzen. Gemessen wird die GFR meist durch Bestimmung der Kreatinin-Clearance. Eine Einschränkung der Nierenleistung über 50% bedeutet, dass die Nieren unzureichend arbeiten: es besteht eine Niereninsuffizienz.
Abhängigkeiten der GFR
Die glomeruläre Filtrationsrate ist abhängig von folgenden Faktoren:
- vom Blutdruck, bzw. dem Druck, der in den Glomerula (Nierenkörperchen) noch ankommt,
- von der Enge (bzw. dem Kontraktionsstatus) der am Eingang zu den Glomerula befindlichen Arteriolen,
- von dem Zustand der glomerulären Kapillaren, in denen das Filtrat abgepresst wird,
- vom Zustand der das Kapillarenkonvolut umgebenden „Bowman’schen Kapsel“,
- vom Kontraktionsgrad der das kapilläre Blut auffangenden und ableitenden Arteriole (keine Venole, da hier Muskulatur in der Wand gefunden wird),
- von der Offenheit des ableitenden tubulären Nephrons (Harnkapillaren, die schließlich ins Nierenbecken ziehen),
- von der Offenheit der ableitenden Harnwege.
Die Filtrationsrate ist damit ein Maß für einen komplexen Vorgang der Harnbildung und ist an mehreren Stellen störanfällig. Dies muss bei der Diagnostik einer Niereninsuffizienz berücksichtigt werden.
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Ergänzende Informationen
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