Cholinesterase

Blutdiagnostik Laborwerte
Blutröhrchen

Die Cholinesterase, die als Leberparameter bestimmt wird, ist genau genommen eine Pseudocholinesterase. Die normale Cholinesterase dagegen ist ein Enzym, das im Nerven- und Muskelgewebe für die Informationsübertragungswege von Bedeutung ist.

  • Die Cholinesterase spaltet das im synaptischen Spalt freigesetzte Acetylcholin in Cholin und Essigsäure, so beispielsweise auch an den Synapsen von Nervenausläufern zu Muskelzellen. Eine rasche Spaltung durch die Cholinesterase ermöglicht es den Muskelzellen, sich nur dann zu kontrahieren, wenn ein Nervenimpuls ankommt und nicht darüber hinaus, sodass sich der Muskel danach erholen kann.
  • Hemmstoffe der Cholinesterase sind außerordentlich toxische Nervengifte, die eine dauerhaften Muskelkontraktion und einen heftigen Speichelfluss auslösen. Schaum vor dem Mund bei bewusstlosen und krampfenden Menschen deutet auf eine solche Vergiftung hin. Einige Insektizide (so organische Phosphate) und Nervengase wirken über eine Cholinesterasehemmung.
  • Die im Blut bestimmte Enzymaktivität stammt von der „Pseudocholinesterase“ (auch Butylcholinesterase), die aus der Leber stammt. Sie reflektiert ihre „Syntheseleistungsfähigkeit„. Die Bildung dieses Enzyms ist bei einer schweren Schädigung der Leber vermindert, so bei einer Leberzirrhose im Stadium der Dekompensation oder bei einem schweren toxischen oder entzündlichen Leberschaden. Wegen ihrer langen Halbwertszeit von bis zu 2 Wochen eignet sie sich zur Langzeitüberwachung einer chronischen Lebererkrankung, nicht dagegen für eine kurzfristige Überwachung bei akuten Leberkrankheiten.

→ Zur Pseudocholinesterase als Laborparameter siehe hier.


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Verweise

Weiteres

Letzte Aktualisierung von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt):

Von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Approbation, Promotion Medizinische Fakultät Universität Freiburg, 3 Jahre Biochemische Forschung Universität Bochum, Klinische und experimentelle Forschung in Zusammenarbeit mit dem Biochemischen Institut der Naturwissenschaftlichen Fakultät Freiburg und dem Institut für Informatik Würzburg. Habilitation an der Medizinischen Klinik der Universität Freiburg. Chefarzt der DRK-Kliniken Berlin und am Klinikum Frankfurt (Oder). Veröffentlichungen in verschiedenen hochrangigen Peer-Review-Journals inkl. Hepatology, Artif Intell Med., J Lipid Res., Adv Enzyme Regul., Dtsch Med Wochenschr., Med Welt., Z Krebsforsch., Ultraschall Med.