Die GPT (ALAT) ist ein leberspezifisches Enzym, das der Diagnostik von Leberkrankheiten dient. Im Gegensatz zur GOT kommt sie ausschließlich aus der Leber und dort aus dem Zytoplasma der Leberzellen. Sie ist ein diagnostischer Marker für Undichtigkeit oder Zerfall von Leberzellen (Hepatozyten). Als Alanin-Aminotransferase (ALAT) gehört sie (zusammen mit der GOT) zu den Transaminasen. Die Halbwertszeit der GPT/ALAT im Blut beträgt 36 h (die der ASAT 18 h).
Indikationen für die GPT-Bestimmung
Die GPT (Gamma-Glutamyltranspeptidase) gehört zu den im Labor routinemäßig bestimmten Leberwerten. Sie wird diagnostisch und zur Verlaufsbeobachtung bei Leberkrankheiten verwendet und hilft, mehrdeutige Laborparameter, die aus der Leber, aber auch aus anderen Organen stammen können, zuzuordnen.
Referenzwerte
Häufig verwendete Normbereiche (in U/l): 1
- Frauen und Mädchen: bis 31,
- Männern und Jungen: bis 41.
Verschiedene Labore geben gering unterschiedliche Normgrenzen an: bitte beachten!
Eine große Studie in Taiwan schlägt neue obere Normgrenzen (95-Percentile der Verteilungskurve) vor: Männer: 21 U/l; Frauen 17 U/l. 2 Eine andere Publikation betont, dass die Normgrenzen lokal unterschiedlich sein können.
Bewertungen
Erhöhte Werte
Lebererkrankungen mit Beteiligung des Leberparenchyms:
- Besonders hohe Werte (etwa über 20-fach): akute Leberentzündung (Hepatitis) und toxischer Leberschaden (z. B. durch Chemikalien, Medikamente, Pilze, akute Wilson-Krise)
- Mäßig hohe Werte (etwa über 5-fach): akute und schwere chronische Leberentzündungen, Mitbeteiligung bei Gallenwegsentzündung (Cholangitis),
- Gering erhöhte Werte (etwa 1- bis 5-fach): chronische Leberentzündung, Medikamentenschaden der Leber, alkoholtoxischer Leberschaden.
Die häufigsten Ursachen einer Erhöhung der GPT (ALAT, ALT) ist eine Virushepatitis, das metabolische Syndrom und die Fettleber. 3 Eine andere Publikation betont, dass die Normgrenzen regional unterschiedlich sein können, und regt eine Neudefinition an. 4
Eine differenzierte Bewertung bezüglich verschiedener Leberkrankheiten gelingt oft durch Zusammenschau mit dem Wert für die GOT (ASAT), die daher meist mitbestimmt wird.
→ Zur differenziellen Bewertung der Transaminasen siehe hier.
Auswahl einiger Krankheiten mit GPT-Erhöhung
Geringe Erhöhung (bis 3-fach)
Vorkommen z. B. bei
Iatrogen bei:
Mäßige Erhöhung (3 – 30-fach)
- Gallenwegsverschluss, obstruktive Cholestase,
- chronische Hepatitis,
- Cholangitis und PBC,
- Stauungsleber,
- akuter toxischer Leberschaden (auch medikamentöse bedingt)
Starke Erhöhung (30 – 60-fach)
- akute Virushepatitis,
- akute Durchblutungsstörungen (z. B. akute rechtskardiale Stauungsleber, akutes Budd-Chiari-Syndrom)
- selten bei toxischem (medikamentösem) Leberschaden, chronischer Hepatitis (akute Exazerbation)
- toxisch bedingt (Pilzvergiftung, Tetrachlorkohlenstoff),
- akute Wilson-Krise
- Leberquetschung
Sehr starke Erhöhung (60 – 100-fach)
- akute Virushepatitis,
- akute Durchblutungsstörungen (z. B. akute rechtskardiale Stauungsleber, akutes Budd-Chiari-Syndrom)
- toxisch bedingt (Pilzvergiftung, Tetrachlorkohlenstoff),
- akute Wilson-Krise
Extrem starke Erhöhung (über 100-fach)
- akute Virushepatitis (fulminanter Verlauf),
- akute Durchblutungsstörungen (akute rechtskardiale Stauungsleber bei Lungenembolie)
- toxisch bedingt (Pilzvergiftung, Tetrachlorkohlenstoff)
- akute Wilson-Krise
Erniedrigte Werte
Ein erniedrigter Wert für die GPT (ALAT) hat in der Regel keine diagnostische Bedeutung.
Ist die GOT erhöht und die GPT im Normbereich, so stammt die GOT sehr wahrscheinlich nicht aus der Leber.
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Verweise
Weiteres
- Labor Berlin[↩]
- Aliment Pharmacol Ther. 2012 Sep;36(6):560-8. DOI: 10.1111/j.1365-2036.2012.05224.x. Epub 2012 Jul 23. PMID: 22817613.[↩]
- Aliment Pharmacol Ther. 2012 Sep;36(6):560-8. DOI: 10.1111/j.1365-2036.2012.05224.x[↩]
- Middle East J Dig Dis. 2020 Jul;12(3):194-205. DOI: 10.34172/mejdd.2020.182[↩]
- Clin Biochem Rev. 2013 Nov;34(3):117-30[↩]
- Clin Pharmacol Ther. 2012 Sep;92(3):332-9. DOI: 10.1038/clpt.2012.108.[↩]