Urämie

Nieren Schema
Nieren schematisch

Das Wichtigste

Urämie bedeutet Vergiftung des Bluts und damit des Körpers mit ausscheidungspflichtigen Substanzen. Sie ist das Endstadium einer zunehmenden Niereninsuffizienz oder einer akuten Harnabflussstörung. Giftstoffe (niedermolekulare Toxine), Abbauprodukte des Stoffwechsels und Flüssigkeit können nicht mehr ausreichend ausgeschieden werden. Die Giftstoffe schädigen alle innere Organe, besonders Herz, Gehirn und Magendarmkanal. Folgen sind geistige Eintrübung, Juckreiz und eine Überlastung des Herzens. Auffällig ist ein urämischer Geruch (Foetor uraemicus). Die akute Behandlung erfolgt durch Nierenersatzverfahren (Blutwäsche, Dialyse).
→ Niereninsuffizienz

Ursache

Die Urämie ist Folge einer schweren akuten oder chronischen Niereninsuffizienz. Die Nierenwerte im Blut (Kreatinin und Harnstoff) steigen bei Reduktion der Ausscheidungsleistung der Nieren auf unter 50 % ihrer normalen Kapazität. Urämische Symptome entstehen jedoch erst bei sehr hohen Werten, wobei der Harnstoffwert von besonderer Bedeutung ist.

Folgen, Symptome

Folgende Symptome und Komplikationen treten bei der Urämie auf:

Diagnostik

Die ersten und wichtigsten Untersuchungsmethoden sind folgende:

Laborwerte: Nierenwerte (Harnstoff, Kreatinin), Elektrolyte (Natrium, Kalium, Kalzium, Phosphat), Entzündungsparameter (BSG, Leukozyten, CRP).

Bildgebende Verfahren wie Sonographie, CT (cave Kontrastmittel) oder MRT (Frage nach den Nieren und nach Ergussbildungen).

Therapie

  • Eine Entgiftung des Körpers ist bei einer Urämie vorrangig, Dazu können folgende Maßnahmen dienen:
  • Die Elektrolyte und der Säurebasenhaushalt des Körpers müssen ausgeglichen werden.
  • Therapie der Grunderkrankung, z. B. einer akuten Nephritis oder einer diabetischen Stoffwechselentgleisung.
  • Bei einer urämischen Niereninsuffizienz durch Flüssigkeitsmangel kommt die Funktion durch Flüssigkeitsausgleich (Infusionen) meist rasch wieder in Gang.
  • Bei einem hepatorenalen Syndrom mit Urämie sind die Maßnahmen differenziert, da gleichzeitig eine schwere Leberinsuffizienz mit Pfortaderhochdruck (portale Hypertension) vorliegt (dazu siehe hier).

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Ergänzende Informationen

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Letzte Aktualisierung von Prof. Dr. Konrad Buscher (Arzt):
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Prof. Dr. Konrad Buscher (Arzt)

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Von Prof. Dr. Konrad Buscher (Arzt)

Studium in Berlin und Paris, medizinische Ausbildungsstellen in Havanna und Marseille. Medizinisch-biochemische Forschung über Immunmechanismen. Klinische Ausbildung am Universitätsklinikum Münster. Facharzt für Nephrologie und Rheumatologie. Habilitation. Geschäftsführender Oberarzt an der Medizinischen Klinik D.