Vitamin-D-Mangel

Knochen Osteoporose
Osteoporose (shutterstock)

Vitamin D ist ein Hormon (D-Hormon) mit vielfältigen Wirkungen. Die bekannteste ist die auf den Knochenstoffwechsel. Ein Vitamin-D-Mangel führt daher entsprechend zu vielfältigen krankhaften Auswirkungen.

Vitamin D

Pathophysiologie

Da körpereigenes Calcitriol aus Cholesterin durch uv-Bestrahlung der Haut unter normalen Lebensumständen in ausreichenden Mengen hergestellt wird, kommt ein Vitamin-D-Mangel hauptsächlich bei mangelhafter Sonnenexposition zustande. Da das Calcitriol eine nur kurze Halbwertszeit im Körper besitzt (etwa 3 bis 6 Stunden), wird zur Bestimmung des D-Hormon-Status eines Menschen auf 25-OH-Cholecalciferol zurückgegriffen, das eine sehr viel längere Halbwertszeit aufweist.

Bei einer Leberzirrhose kann das D-Hormon aus den Vorstufen nicht genügend gebildet werden (mangelhafte 1-Hydroxylierung von 25-OH-Cholecalciferol); es folgt ein D-Hormon-Mangel (mehr dazu siehe hier).

Wenn die Serumkonzentration von 25-Hydroxycholecalciferol 30 ng/ml unterschreitet, wird Parathormon (Hormon der Nebenschilddrüse) vermehrt ausgeschüttet, das über Knochenabbau (Osteoklastenaktivierung) und Förderung der Kalziumreabsorption in der Niere (über Förderung der Phosphat-Ausscheidung) die Kalziumkonzentration im Blut wieder anhebt.

Der Knochen

Bestimmung

Die Bestimmung von 25-Hydroxy-Cholecalciferol ist die verlässlichste Methode zur Erkennung eines Vitamin-D-Mangels.

Folgen eines Vitamin-D-Mangels

Wichtige Folgen eines lang andauernden Vitamin-D-Mangels sind ein erhöhtes Risiko für:

Therapie eines Vitamin-D-Mangels

In der Regel wird Vitamin D oral substituiert. Voraussetzung ist eine ungestörte Fettverdauung und -resorption, da Vitamin D zu den fettlöslichen Vitaminen gehört. Zur Stabilisierung des Knochenstoffwechsels wird meist gleichzeitig Kalzium (z. B. 1 g pro Tag) verabreicht.

Überdosierung, iatrogene Vitamin-D-Hypervitaminose

Vitamin D gehört zu den wenigen Vitamine, deren Überdosierung zu krankhaften Veränderungen führen (iatrogene Hypervitaminose, siehe hier). Zu den Folgen einer Vitamin-D-Überdosierung gehören:

Eine therapeutische Zufuhr von Vitamin D zum Ausgleich eines D-Mangels sollte daher über Bestimmung von Serum-Kalzium und –Phosphat kontrolliert werden.

Verweise

Letzte Aktualisierung von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt):
  1. J Steroid Biochem Mol Biol. 2009 Mar;114(1-2):78-84[]
  2. Clin Chem. 2009 Jun;55(6):1163-70[]

Von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Approbation, Promotion Medizinische Fakultät Universität Freiburg, 3 Jahre Biochemische Forschung Universität Bochum, Klinische und experimentelle Forschung in Zusammenarbeit mit dem Biochemischen Institut der Naturwissenschaftlichen Fakultät Freiburg und dem Institut für Informatik Würzburg. Habilitation an der Medizinischen Klinik der Universität Freiburg. Chefarzt der DRK-Kliniken Berlin und am Klinikum Frankfurt (Oder). Veröffentlichungen in verschiedenen hochrangigen Peer-Review-Journals inkl. Hepatology, Artif Intell Med., J Lipid Res., Adv Enzyme Regul., Dtsch Med Wochenschr., Med Welt., Z Krebsforsch., Ultraschall Med.