Brustschmerz ist ein häufiges und vieldeutiges Symptom. Die Ursachen reichen von gutartigen Muskel-und Skelett-Schmerzen bis hin zu akut lebensbedrohlichen Herzbeschwerden. Die Charakterisierung der Brustbeschwerden durch Patienten kann unklar und irreführend sein, sodass eine rasche und oft breite Diagnostik mit technischen Mitteln (hautsächlich bildgebende Verfahren, Laborwerte) erforderlich werden kann. Um im Akutfall die Dringlichkeit des Vorgehens einzuordnen, wird vorgeschlagen, im noch ungeklärten Stadium die Begriffe „kardial“, „möglicherweise kardial“ oder „nicht kardial“ zu verwenden 1.
Differenzialdiagnosen
Thoraxschmerzen können bedingt sein durch bzw. ausgehen von:
- Thoraxwand (z. B. Rippenbruch)
- Pleura (z. B. Pleuritis, Pleurodynie, Bornholmsche Krankheit bei Coxsackie-Infektion)
- Herz (z. B. Angina pectoris, Myokarditis)
- Mediastinum (z. B. Mediastinitis)
- Aorta (z. B. Aortendissektion)
- Brustdrüse (z. B. Mastopathie)
- Tietze-Syndrom
- Wirbelsäule bei z. B. Spondyloarthritis,
- Nervensystem (z. B. Intercostalneuralgie, Herpes zoster)
- Pankreatitis (Ausstrahlung, Zwerchfellreizung)
- Cholezystitis, Gallenkolik (Ausstrahlung, Zwerchfellreizung)
Herzschmerzen
Häufig werden Brustschmerzen gleichbedeutend mit Herzschmerzen (Angina pectoris) gesetzt. Um vorrangig festzustellen, ob es sich um einen vom Herzen ausgehenden Schmerz und damit um eine Risikosituation bezüglich einem Herzinfarkt handelt, sind technische Untersuchungen wie EKG, Belastungs-EKG, Herzecho, ggf. auch eine Herzkatheteruntersuchung erforderlich. Dazu siehe hier.
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Verweise
Weiteres
- Aust J Gen Pract. 2024 Jul;53(7):437-442. doi: 10.31128/AJGP-04-23-6810[↩]