Pankreatitis

Pankreatitis verkalkend Pseudozyste CT
Pankreatitis verkalkend Pseudozyste

Das Wichtigste

Pankreatitis bedeutet Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Sie kann unterschiedliche Ursachen haben und in verschiedenen Verlaufsformen auftreten. Jede akute Entzündung kann potenziell lebensbedrohlich werden. Auslöser einer akuten Pankreatitis sind häufig Gallensteine oder Alkohol. Eine durch Gallensteine bedingte Pankreatitis heilt oft folgenlos aus, eine durch Alkohol bedingte dagegen selten.

Ein chronischer Verlauf, der meist alkoholbedingt ist, kann zu einer Abnahme der Pankreasfunktion führen und in einer Pankreasinsuffizienz mit Verdauungsstörungen, chronischen Bauchschmerzen münden. dabei entwickelt sich meistens auch eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Seltene chronische Formen entstehen durch genetische Ursachen oder im Rahmen von Fettstoffwechselstörungen.

Jede chronische Entzündung erhöht das Risiko für die Entstehung eines Pankreaskarzinoms (Bauchspeicheldrüsenkrebs).

→ Pankreasinsuffizienz
→ Pankreaskarzinom

Formen und Ursachen

Die Hauptursachen einer Bauchspeicheldrüsenentzündung sind chronischer Alkoholkonsum, Rauchen und das Gallensteinleiden.

Eine „idiopathische chronische Pankreatitis“ ist eine Bauchspeicheldrüsenentzündung, für die man keine adäquate Ursache findet. Sie soll zwischen 28 % und 80 % ausmachen. Bis zu 50 % von ihnen weisen eine Mutation des Trypsininhibitorgens (SPINK1) auf, seltener des zystische-Fibrose-Gens (CFTR).

Etwa 1 % der Patienten mit chronischer Pankreatitis haben eine hereditäre Pankreatitis (mit einer Mutation des kationischen Trypsinogen-Gens (PRSS1) haben. 1

Charakteristika

Akute Bauchspeicheldrüsenentzündung

Akute Bauchschmerzen bei federnd eindrückbarem Bauch („Gummibauch“) sind klinische Zeichen einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung, die im Zusammenhang mit der Anamnese eines Diätfehlers (z. B. erhöhter Alkoholgenuss) oder einer auslösenden Gallenkolik bereits starken Hinweischarakter haben.

Bestätigt wird die Diagnose durch eine Erhöhung der Bauchspeicheldrüsenwerte im Blut und Pankreasveränderungen, die sonographisch und im Computertomogramm erkennbar sind.

Komplikationen einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung sind die Entwicklung eines pankreatogenen Schocks, eine Einblutung des sich zersetzenden Organs, von Pankreaspseudozysten und eine akute Pankreasinsuffizienz.

Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung

Pankreatitis verkalkend Pseudozyste CT
Pankreatitis verkalkend Pseudozyste

Wesentlich für die Diagnose einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung sind vor allem die Anamnese (meist liegt ein längerer Alkoholabusus vor) und das sonographische und computertomographische Bild (siehe hier). Beweisend sind die typischen Organverkalkungen.

Komplikationen einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung sind chronische Bauchschmerzen, die allmählich zunehmende chronische Pankreasinsuffizienz mit Verdauungsstörungen und Gewichtsabnahme, eine Pankreaspseudozyste, das Pankreaskarzinom und ein Diabetes mellitus durch Insulinmangel.

Akute Pankreatitis
Chronische Pankreatitis
Chronische Pankreatitis in Bildern
Pankreatitis verständlich

Diagnostik

Wesentlich für die Diagnosestellung einer Bauchspeicheldrüsenentzündung sind Anamnese, Bauchschmerzen mit „Gummibauch“, eine Erhöhung der Bauchspeicheldrüsenwerte und typische Veränderungen im computertomographischen Bild (siehe jeweils unter akuter und chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung).

Bei einer länger bestehenden chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung ist immer auch nach einem Insulinmangel und einem Diabetes, sowie nach einem Pankreaskarzinom zu suchen (bildgebende Verfahren, Tumormarker Ca19-9).

Seltenere Formen

Zur Diagnostik siehe hier:

Behandlung

Dazu siehe unter akute und chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung.


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Verweise

Patienteninfos

Weiteres


Letzte Aktualisierung von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt):
Medizinisch geprüft von

Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Letzte medizinische Prüfung:

Studium in Freiburg und Wien, biochemische Forschung in Bochum, klinische Ausbildung und Forschung an Universitätsklinik Freiburg, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Habilitation in Freiburg. Chefarzt in Berlin und Frankfurt Oder. Im Ruhestand.

  1. JAMA. 2019 Dec 24;322(24):2422-2434.[]

Von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Studium in Freiburg und Wien, biochemische Forschung in Bochum, klinische Ausbildung und Forschung an Universitätsklinik Freiburg, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Habilitation in Freiburg. Chefarzt in Berlin und Frankfurt Oder. Im Ruhestand.