Thromboembolie

Lungenembolie Thorax-Querschnitt CT
Lungenembolie (Computertomographie)

Thromboembolie (auch Thrombembolie) bezeichnet ein Blutgerinnsel, dessen frische Spitze abgebrochen und mit dem Blut fortgeschwommen ist und sich in einem anderen Organ (wie der Lunge) festgesetzt hat. Es ist ein zusammenfassender Begriff für thrombotische und embolische Ereignisse. Zu ihnen gehören der Schlaganfall und der Herzinfarkt.

Risiko für Thrombembolien

Das Risiko für thromboembolische Ereignisse steigt

Im Einzelfall ist die Indikation für eine prophylaktische Antikoagulation gegeben, speziell wenn bereits eine Thrombose, eine Embolie oder ein ischämisches Ereignis am Herzen (Herzinfarkt) oder im Gehirn (Schlaganfall) stattgefunden hat.

Hormonelle Antikonzeptiva und Thrombembolien

Hormonelle Antikonzeptiva erhöhen das Risiko für Thrombembolien geringfügig. In einer Studie wurde bei Frauen zwischen 15 und 49 Jahren das Risiko eines thrombembolischen Schlaganfalls und Herzinfarkts bei einer Äthinylöstradiolmenge von 20 µg um 0,9 und 1,7-fach erhöht, bei einer Menge von 40 µg um 1,3 und 2,3-fach erhöht gefunden. Gestagene spielten dabei keine risikoerhöhende Rolle. 1

Tumorbedingte Thromboembolien

Rezidivierende Thromboembolien sollten an einen bisher nicht erkannten Tumor (okkultes Neoplasma) denken lassen und eine Tumorsuche initiieren. Bei einer ersten Thromboembolie, bei der keine Prädisposition und kein auslösendes Ereignis gefunden wurde, ist die Wahrscheinlichkeit eines okkulten Neoplasmas (Tumor) offenbar nicht besonders hoch. Eine über eine Basis-Tumorsuche hinausgehende Diagnostik (z. B. durch eine (Ganzkörper-) CT-Untersuchung) scheint damit, gemessen an Aufwand und Patientenbelastung, keinen Nutzen aufzuweisen und nicht indiziert zu sein. 2

Verweise

Letzte Aktualisierung von Prof. Dr. Konrad Buscher (Arzt):
  1. N Engl J Med 2012; 366:2257-2266[]
  2. N Engl J Med. 2015 Aug 20;373(8):697-704[]

Von Prof. Dr. Konrad Buscher (Arzt)

Prof. Dr. Konrad Buscher, MBA Staatsexamen und Promotion Berlin Charté Habilitation Universität Münster. Wissenschaftliche Arbeiten in San Diego / La Hoya Publikationen in verschiedenen hochrangigen Journals, u. a. in Front Cardiovasc Med., Circ Res., Angiogenesis., Front Immunol., Am J Transplant., Kidney Int., Cells. Eur J Cell Biol., Nanomedicine., BMJ Case Rep., mehrere in Nature Communications. Geschäftsführender Oberarzt der Medizinischen Klinik D