Die Pseudocholinesterase (oft nur als Cholinesterase bezeichnet) ist ein Enzym, das in der Leber gebildet wird. Sie gehört zu den Syntheseleistungsparametern der Leber.
Klinische Bedeutung
Die enzymatische Aktivität der Pseudocholinesterase im Serum reflektiert die Syntheseleistungsfähigkeit der Leber. Bei schweren Lebererkrankungen sinkt sie deutlich ab.
Indikationen
Die Bestimmung der Aktivität des Enzyms kann bei folgenden Leberkrankheiten zur Bestimmung des Grads der Leberinsuffizienz hilfreich sein:
- fortgeschrittene Leberzirrhose,
- akute Leberdystrophie,
- akuter toxischer Leberschaden (z.B. bei einer Pilzvergiftung oder einem schweren medikamentenbedingten Leberschaden)
- akute Schwangerschaftsfettleber.
Normwerte
Der Normalbereich liegt bei 4.600 bis 11.000 U/l
Die Angaben der medizinischen Labore können je nach Bestimmungsmethode abweichen.
Bewertung
Die Hauptaussage betrifft erniedrigte Werte. Sie weisen auf eine Leberfunktionsstörung hin. Wegen der langen Halbwertszeit der Pseudocholinesterase von etwa 10 Tagen eignet sich die Bestimmung zum Verlauf chronischer Leberkrankheiten, nicht dagegen von akuten Verschlechterungen.
→ facebook: Neues und Interessantes!
→ Labor-App Blutwerte PRO – mit Lexikonfunktion
Verweise
Dieser Beitrag ist Teil der Themenbereiche Leberzirrhose, Syntheseleistungsparameter der Leber, Laborwerte und Leberwerte.
Weiteres