Toxischer Leberschaden

Lebergewebe Histologie Ratte Portalfeld
Lebergewebe (Histologie der Rattenleber)

Toxischer Leberschaden bedeutet eine dosisabhängige Leberschädigung durch Giftstoffe. Zu ihnen gehören Genussgifte, gewerbliche oder pflanzliche Gifte und auch auch Medikamente und ihre Stoffwechselprodukte. Leberzellen gehen zugrunde, die Leberfunktion kann erheblich leiden. Im akuten Fall kann sich eine mehr oder weniger ausgeprägte Funktionsstörung (Leberinsuffizienz) entwickeln, die bis zum Leberausfallskoma führen kann. Bei langsamer und chronischer Einwirkung toxischer Substanzen reagiert die Leber mit einer entzündlichen Reaktion mit Ausbildung chronischer Vernarbungen (Leberfibrose) und schließlich zu einer Leberzirrhose.

→ Zur Medikamenten-induzierten Leberschädigung siehe hier.

Erkennung

Bei einer unklaren Erhöhung der Leberwerte muss u. a. immer an einen toxischen Leberschaden gedacht werden.

  • Ausgangspunkt der differenzialdiagnostischen Überlegungen sind meist auffällig erhöhte Leberwerte wobei GOT (ASAT) meist deutlich höher ist als GPT (ALAT). Auch Cholestaseenzyme können führen.
  • Anamnestisch wird nach danach gesucht, ob ein neu entdeckter Leberschaden zeitlich mit der Einnahme eines neu eingenommenen Medikaments oder eines Genussmittels (Alkoholexzess, spezielle Teesorte etc.) zusammenhängen kann.
  • Eine infektiöse Hepatitis sollte ausgeschlossen werden.

Klinische Bedeutung

Toxische Leberschäden können unerkannt chronische Leberveränderungen verursachen. Sie füren im Laufe der Zeit durch Kollageneinlagerungen ins Lebergewebe (Parenchym) zur Leberfibrose und schließlich zur Leberzirrhose. Beispiele toxischer Auslöser für Leberschäden mit Fibrosierungsvorgängen sind Alkohol (siehe alkoholischer Leberschaden, Chemikalien, Extrakte aus grünem Tee. 1 2 3 Auch Medikamente können schwere Leberschäden verursachen (z. B. Methotrexat, Tuberkulostatika, Chemotherapeutika, Antibiotika, Paracetamol, granulomatöse Hepatitis durch Allopurinol).

Die vermutete toxisch wirkende Substanz sollte zu diagnostischen Zwecken eine Zeit lang vollständig gemieden und dann die Leberwerte kontrolliert werden. Unter Umständen ist es erforderlich alle Medikamente für einige Tage auszusetzen, um ihren Einfluss auf die Leberwerte feststellen zu können. Dies sollte nur unter ärztlicher Aufsicht (u. U. in der Klinik) erfolgen. Eine Reexposition beweist den Zusammenhang.

Wenn das verantwortliche Toxin erkannt und ausgeschaltet werden kann, kann sich die Leber – je nach Stadium der Schädigung – mehr oder weniger erholen.


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Weitere Informationen

Letzte Aktualisierung von Prof. Dr. Konrad Buscher (Arzt):
  1. Eur J Clin Pharmacol. 2009 Apr;65(4):331-41[]
  2. Liver Transpl. 2007 Jul;13(7):1067[]
  3. Eur J Gastroenterol Hepatol. 2005 Oct;17(10):1135-7[]

Von Prof. Dr. Konrad Buscher (Arzt)

Prof. Dr. Konrad Buscher, MBA Staatsexamen und Promotion Berlin Charté Habilitation Universität Münster. Wissenschaftliche Arbeiten in San Diego / La Hoya Publikationen in verschiedenen hochrangigen Journals, u. a. in Front Cardiovasc Med., Circ Res., Angiogenesis., Front Immunol., Am J Transplant., Kidney Int., Cells. Eur J Cell Biol., Nanomedicine., BMJ Case Rep., mehrere in Nature Communications. Geschäftsführender Oberarzt der Medizinischen Klinik D