Kryptogene Leberzirrhose

Narbige Durchbauung der Leber bei Leberzirrhose (Histologie)

Die kryptogene Leberzirrhose ist dadurch definiert, dass die bekannten Ursachen nicht zutreffen.

Mögliche Ursachen

NASH: Nach heutiger Auffassung ist die nicht-alkoholische Steatohepatitis (NASH) wahrscheinlich ihre häufigste Ursache. Ein anfänglich deutlich vermehrter Fettgehalt verschwindet mit dem Fortschreiten der Erkrankung, so dass die Herkunft der Zirrhose aus der NASH später nicht mehr nachweisbar ist. In der Anfangsphase der Leberzirrhose auf dem Boden einer NASH ist die Diagnose durch eine Leberhistologie diagnostizierbar; in der späten Phase bleibt die Diagnose spekulativ.
Autoimmunkrankheit: Eine kryptogene Leberzirrhose kann auch im Rahmen einer Autoimmunkrankheit oder durch Antiphospholipid-Antikörper (positiv bei Kollagenosen, so auch beim Lupus erythematodes) und Autoantikörper gegen lebereigenes Zellmaterial (siehe hier) zustande kommen. Die Diagnose klärt sich durch Nachweis dieser Antikörper.
Weitere Ursachen einer zunächst kryptogenen Zirrhose, die einer speziellen Diagnostik bedürfen, sind:

Diagnostik

In der Regel liegen vor der Wahl der Bezeichnung „kryptogene Leberzirrhose“ bereits eine Leberhistologie und die Ergebnisse der üblichen Antikörperuntersuchungen vor. Entsprechend den vielfältigen möglichen Ursachen kann Diagnostik aufwändig sein. Dabei ist jeweils zu bedenken, ob eine weiterführende Diagnostik zu therapeutischen Maßnahmen führen würden.

Therapie

Eine Therapie richtet sich nach der Ursache. In jedem Fall wird eine Behandlung der Symptome durchzuführen sein (siehe hier).


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Ergänzende Informationen

Weiteres

Literatur: 3


Letzte Aktualisierung von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt):
  1. Ann Hepatol. 2019 Jul-Aug;18(4):585-589. doi: 10.1016/j.aohep.2019.01.007[]
  2. Exp Clin Transplant. 2020 Apr;18(2):206-209. doi: 10.6002/ect.2017.0332[]
  3. Wiad Lek. 2022;75(10):2536-2540. doi: 10.36740/WLek202210141[]
Medizinisch geprüft von

Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Letzte medizinische Prüfung:

Von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Studium in Freiburg und Wien, biochemische Forschung in Bochum über Glykoproteine. Klinische Ausbildung und Forschung über Gallensäuretransport und Cholestase an der Universitätsklinik Freiburg. Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Habilitation. Chefarzt in Berlin und Frankfurt (Oder).