Giemen

Atemwege Lunge Bronchien
Atemwege und Lungen (Schema)

Als Giemen wird ein hochfrequentes exspiratorisches Geräusch bezeichnet, das bei der Auskultation über einzelnen oder über allen Lungenabschnitten zu hören ist.

Giemen ist ein Zeichen für eine turbulente Strömung der Atemluft und Hinweis auf eine Behinderung der Ausatmung durch Verengung der kleinen und kleinsten Atemwege. Ursache kann zäher Schleim sein, aber auch eine muskuläre Verkrampfung kleiner Aufzweigungen der Atemwege (Spastik der Bronchioli). Wenn die Ausatmung über eine längere Dauer behindert ist (wie bei einer chronischen Bronchitis oder unzureichend behandeltem Asthma), entwickelt sich eine Lungenüberblähung (Emphysem).

Giemen ist vom Stridor zu unterscheiden, der beim Einatmen (inspiratorisch) im Bereich der oberen Luftwege auftritt und auf ein Hindernis im Bereich der oberen Atemwege und des Kehlkopfs hindeutet.

Ursachen

Als Ursache von Giemen kommen infrage:

  • Bronchitis und Bronchiolitis, häufig viral oder bakteriell bedingt,
  • chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COLD, bzw. engl.: COPD),
  • Asthma mit überempfindlicher Reaktion der Bronchien und Bronchiolen (kleine Atemwege)  auf Allergene (wie Hausstaub von Milben oder Katzenhaare) oder auf Reize (wie Staub oder Rauch).

Therapie

Die Therapie beinhaltet Medikamente zur Erweiterung der verkrampften Atemwege (Bronchodilatatoren) und Schleimlöser. Die Ausatmung gegen einen geringen Widerstand (z. B. Lippenbremse, laut lesen, Flöte spielen etc.) verbessert die Fähigkeit Auszuatmen. Ansonsten richtet sich die Behandlung nach der Ursache. Beim Asthma bronchiale helfen Kortisonpräpatrate. Bei einer Exacerbation einer COPD im Rahmen eines Infekts der Luftwege kann eine antibiotische Therapie sinnvoll sein. Dazu siehe bei den ursächlichen Erkrankungen.


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Verweise

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