Faktor V Leiden

Faktor V Leiden ist ein genetisch abnormer Faktor V (FVL; Guanin-Adenin-Austausch G1691A) 1. Im Gerinnungssystem ist er funktionell aktiv, vermag jedoch wegen einer Mutation im Bereich der Bindungsstelle das aktivierte Protein C (APC) nicht mehr zu binden. Damit kommt es zu einer APC-Resistenz und einem erhöhten Thrombembolierisiko. Menschen mit einer APC-Resistenz durch eine Faktor-V-Leiden-Mutation haben in der Regel eine Geschichte mehrfacher und lebensbedrohlicher Thrombosen und Embolien. Sie sind zu dem bezüglich Schlaganfall und Herzinfarkt erhöht gefährdet. Bei einer Thrombose- und Embolieneigung wird daher der Faktor V Leiden mitbestimmt.
Die Bezeichnung Leiden stammt von der holländischen Stadt Leiden, in der diese Mutation erstmals identifiziert worden war. Dort wurde der Beobachtung nachgegangen, dass 5 % der gesunden Personen eine APC-Resistenz aufweisen, die mit einem siebenfach erhöhten Risiko für eine tiefe Venenthrombose einhergeht 2. Die gefundene Mutation gehört zusammen mit der Prothrombin-G20210A-Mutation zu den häufigsten Ursachen einer Thromboembolie 3.


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Ergänzende Informationen

Weiteres


Letzte Aktualisierung von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt):
  1. Semin Thromb Hemost. 2019 Oct;45(7):730-742. doi: 10.1055/s-0039-1694772[]
  2. Nature. 1994 May 5;369(6475):64-7. doi: 10.1038/369064a0[]
  3. J Thromb Haemost. 2023 Mar;21(3):553-558. doi: 10.1016/j.jtha.2022.12.021[]
Medizinisch geprüft von

Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Letzte medizinische Prüfung:

Von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Studium in Freiburg und Wien, biochemische Forschung in Bochum über Glykoproteine. Klinische Ausbildung und Forschung über Gallensäuretransport und Cholestase an der Universitätsklinik Freiburg. Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Habilitation. Chefarzt in Berlin und Frankfurt (Oder).