Carfilzomib

Medikamente Pillen Kapseln
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Allgemeines

Carfilzomib (Kyprolis) ist ein Medikament zur Behandlung bestimmter Krebsarten, insbesondere ist es beim multiplen Myelom wirksam. Es ist ein Proteasom-Inhibitor (PI) und ebenso wie das erste orale PI Ixazomib (Ninlaro) ein Nachfolger von Bortezomib (Velcade).

Bei der Behandlung des mehrfach vorbehandelten multiplen Myeloms hat Carfilzomib in einer relativ hohen Zahl von Fällen zu einem Ansprechen geführt.

Proteasom-Inhibitoren
→ Bortezomib

Carfilzomib beim multiplen Myelom

Das multiple Myelom ist durch eine unkontrollierte Proliferation von Plasmazellen charakterisiert, die das Knochenmark infiltrieren und abnorme Mengen eines monoklonalen Proteins ins Blut abgeben. Proteasominhibitoren führen zu einer Down-Regulation  des NF-κB-Signalwegs, einem Stillstand des Zellzyklus und zu einer Apoptose-Anregung. 1

Carfilzomib hemmt irreversibel die Chymotrypsin-ähnliche katalytische Aktivität des 20S Proteasom-Kernpartikels mit der Folge einer Hemmung der Zellteilung und Förderung der Apoptose.

Carfilzomib hat in einer Phase-2-Studie an Patienten mit fortschreitendem und Therapie resistentem multiplem Myelom, die im Mittel bereits 5 verschiedene Therapieregime (darunter Bortezomib, Lenalidomid und Thalidomid) durchlaufen hatten, einen positiven Effekt gezeigt: Die Über-alles-Ansprechrate lag bei 23,7 %, die Ansprechdauer bei 7,8 Monate und das mittlere Überleben bei 15,6 Monaten. 2

Die ENDEAVOR und CASTOR-Studien ergaben eine Überlegenheit von Carfilzomib über Bortezomib. 3 4

Dosierungsintervall: Einmal wöchentlich verabreichtes Carfilzomib (Dosierung von 70 mg/m², 30-Minuten-Infusionen) erwies sich in einer Studie als günstiger als ein Regime mit 2 Dosierungen pro Woche (27 mg/m², 10-Minuten-Infusionen). Für die Behandlung von Patienten mit rezidiviertem und refraktärem multiplem Myelom wird hier eine einmal wöchentliche Gabe befürwortet 5.

Multiples Myelom

Nebenwirkungen

Das Medikament wurde verhältnismäßig gut vertragen. Unter den häufigeren, gut behandelbaren Nebenwirkungen waren Müdigkeit (49 %), Anämie (46 %), Übelkeit (45 %) und Thrombozytopenie (39 %) und eine eher leichte periphere Neuropathie (12,4 %). Allerdings musste die Therapie bei 12,4 % der Patienten wegen Unverträglichkeit abgebrochen werden. 6 2

Vergleich mit Bortezomib

Ergebnisse einer Vergleichsstudie: Bei einer Second-line-Anwendung beim multiplen Myelom (jeweils in Kombination mit Cyclophosphamid und Dexamethason) führte Carfilzomib zu einem etwas längeren progressionsfreien Überleben als Bortezomib (11,7 vs. 10,2 Monate). Auch wies es geringere Nebenwirkungen (ausgeprägte Neuropathie 1,5 vs. 19,8 %) auf. Allerdings wurden in der Vergleichsstudie für Carfilzomib Herz- und Kreislaufnebenwirkungen registriert (je 3,6 % vs. keine bei Bortezomib) 7.

Verweise

Weiteres

Literatur: 8

  1. Pharmacol Ther. 2020 Sep;213:107579. doi: 10.1016/j.pharmthera.2020.107579[]
  2. Blood October 4, 2012 vol. 120 no. 14 2817-2825[][]
  3. Blood. 2019 Jan 10;133(2):147-155. doi: 10.1182/blood-2018-06-860015[]
  4. Leuk Lymphoma. 2020 Jan;61(1):37-46. doi: 10.1080/10428194.2019.1648806. Epub 2019 Oct 22. PMID: 31640435.[]
  5. Lancet Oncol. 2018 Jul;19(7):953-964. doi: 10.1016/S1470-2045(18)30354-1. Epub 2018 Jun 1. Erratum in: Lancet Oncol. 2018 Aug;19(8):e382. doi: 10.1016/S1470-2045(18)30492-3.[]
  6. Drugs. 2012 Sep 20. doi: 10.2165/11209010-000000000-00000[]
  7. Haematologica. 2021 Oct 1;106(10):2694-2706. doi: 10.3324/haematol.2021.278399[]
  8. Drugs. 2012 Sep 20. doi: 10.2165/11209010-000000000-00000.[]