Allgemeines
Die Kontrastmittelsonographie ist eine Ultraschalluntersuchung von Organen mit Hilfe eines Ultraschallkontrastmittels (z. B. SonoVue). Durch Anhebung der Reflexdichte in Blutgefäßen ermöglicht sie die Untersuchung der Durchblutung interessierender Bezirke, so vor allem von Raumforderungen (z. B. in der Leber).
Indikationen
Mithilfe der Kontrastmittelsonographie lassen sich Raumforderungen und ihre Durchblutung diagnostizieren. Typische Indikationen für ihre Anwendung in der Leberdiagnostik sind:
Methode
Der interessierende Organbezirk (z. B. eine in der konventionellen Sonographie erkennbare Raumforderung) wird zunächst mit dem Schallkopf eingestellt. Nach Injektion eines Kontrastmittels (z. B. SonoVue) in eine periphere Vene wird seine Anflutung im eingestellten Bereich beobachtet und videodokumentiert. Die Art und der zeitliche Ablauf der Kontrastanhebung sind diagnostisch nutzbar.
SonoVue ist ein Kontrastmittel, mit dem sich bei einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) Blutgefäße und Organstrukturen besser darstellen lassen. Es handelt sich um das Gas Schwefelhexafluorid (SF6), welches in kleinsten Phospholipidvesikeln (etwa 2,5 µm Durchmesser) gefangen ist. Diese Mikrobläschen werden ins Blut injiziert und reflektieren dort die vom Applikator ausgesandten Ultraschallwellen. Die Vesikel platzen innerhalb kurzer Zeit, und das Gas wird über die Lungen abgegeben.
Kontrastmittelsonographie in der Leberdiagnostik
Die Kontrastmittelsonographie hat in der Leberdiagnostik zur Klärung auffälliger Leberherde einen hohen Stellenwert. Sie ist heute fast überall, wo eine Ultraschalldiagnostik zur Verfügung steht, durchführbar. Voraussetzung ist eine hohe Erfahrung des Untersuchers. Diese Untersuchungsmethode wird i.d.R. noch vor einer aufwändigen und viel teureren MRI-Untersuchung der Leber mit Kontrastmitteln indiziert und kann sie, ebenso wie eine Leberbiopsie in manchen Fällen verzichtbar machen (siehe hier).
Beispiel: Tumordiagnostik in der Leber
Um eine Raumforderung in der Leber kontrastreich darzustellen, wird zunächst der interessierende Bereich mit dem Schallkopf eingestellt; anschließend wird der mechanische Index des Ultraschallgeräts auf 0,1 – 0,3 MI erniedrigt, sodass das Bild sehr dunkel wird. Nun wird das Kontrastmittel in eine Vene injiziert. Im Bild werden die nicht-linearen harmonischen Anteile des reflektierten Mikrobläschensignals zur Darstellung verwendet, während das lineare Gewebesignal unterdrückt wird. Dies ermöglicht eine selektive Kontrastanhebung der durchbluteten Bezirke. Der Kontrastverlauf im beobachteten Bereich wird kontinuierlich per Video aufgezeichnet.
Anflut- und Auswaschphase
Da Tumore sich meist in ihrer Durchblutung vom umgebenden normalen Lebergewebe unterscheiden, stellen sie sich nach Anflutung des Kontrastmittels entweder kontrastreicher oder kontrastärmer als die Umgebung dar. Auch in der nachfolgenden Auswaschphase des Kontrastmittels zeigen sich meistens Unterschiede zwischen Tumorgewebe und im normalen Lebergewebe. Mithilfe der Durchblutungscharakteristika kann häufig ein hepatozelluläres Karzinom, eine fokal noduläre Hyperplasie (FNH), ein Hämangiom oder eine Tumormetastase wahrscheinlich gemacht werden.
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Ergänzende Informationen
- Sonographie
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