Das Wichtigste
KernpunkteDie STARR‑Operation ist ein schonendes, transanales Verfahren zur Behandlung der obstruktiven Defäkationsstörung, insbesondere bei Intussuszeption und Rektozele. Dabei wird überschüssige Rektumwand mit einem speziellen Staplergerät entfernt und gleichzeitig mit kleinen Titanklammern neu verbunden. Der Eingriff erfolgt ohne Bauchschnitt, verursacht meist nur geringe Schmerzen und ermöglicht eine schnelle Erholung. Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist eine sorgfältige Diagnostik, etwa durch Defäkographie und Tastuntersuchung. Bei richtiger Indikation erreicht die Methode sehr gute Erfolgsraten und verbessert die Stuhlentleerung nachhaltig. Eine minimalinvasive Stapleroperation kann auch erfolgreich bei der Behandlung ausgeprägter Hämorrhoiden angewendet werden. |
Indikationen
Um die Indikation für eine STARR-Operation zu stellen, sollte eine ausgiebige Diagnostik durchgeführt werden. Dabei spielen Anamnese, digitaler Tastbefund und eine röntgenologische Defäkographie eine entscheidende Rolle. Zudem wird bei Symptomen der Stuhlinkontinenz auch eine Endosonographie des Analkanals und eine Sphinktermanometrie erforderlich.
Als Indikationen werden gesehen: eine symptomatische obstruktive Defäkationsstörung, der
Nachweis einer Intussuszeption und der Nachweis einer Rektozele.
Zu den Kontraindikationen gehören insbesondere Entzündungen und Tumore im Beckenbereich.
→ Defäkographie
→ Anale Manometrie
Methode der STARR-Operation
Nach Positionierung des Dilatators wird die sich vorwölbende überschüssige Rektumwand gefasst und durch das Staplergerät abgeschnitten. Die nun neu benachbarten proximalen und distale Darmwandanteile werden durch dieses Gerät gleichzeitig mithilfe kleiner Titanklammern miteinander „vertackert“. So wird transanal (ohne Bauchschnitt) eine Anastomose hergestellt, die belastungsfähig ist. Durch die erfolgte Straffung können auch Hämorrhoiden, die in den Analkanal hinein rutschen, wieder hochgezogen werden. Die Klammernaht liegt etwa 5 cm oberhalb der Anokutanlinie. Wesentliche Schmerzen durch die Operation bestehen nicht. Meist können die Patienten nach 2 bis 3 Tagen die Klinik wieder verlassen.
Erfolg der STARR-Operation
Der Erfolg ist sehr gut; es sollen bei guter Indikation bis über 90 % der Operationen ein gutes bis sehr gutes Ergebnis aufweisen. Ob der Erfolg anhält, hängt zum Teil von einer guten Stuhlgangsregulierung ab. Bei Obstipation wird ballaststoffreiche Kost und viel Flüssigkeit empfohlen, um den Stuhl geschmeidig zu machen; genaueres siehe hier.
Das Risiko von Komplikationen ist gering: Es können Blutungen auftreten; der Anastomosenring kann sich etwas verengen, es kann vorübergehend zu gehäuftem Stuhldrang kommen. Selten bleibt eine Stuhlinkontinenz über längere Zeit bestehen, wobei möglicherweise die Dehnung des Sphinkterapparats durch das Instrumentarium eine Rolle spielt.
Eine Weiterentwicklung macht die Methode auch geeignet für nach außen prolabierte Hämorrhoiden 1.
Behandlung von Hämorrhoiden
Die Ursache für Hämorrhoiden liegt nach einer Hypothese (Thomsons Theorie) in einer Abwärtsbewegung des Analpolsters, sodass es zu einer Verdickung eines ringförmigen schwammartigen Gewebebandes 1,5 cm oberhalb der Zahnlinie (Linea dendata) kommt. Dieser innere Schleimhautüberschuss kann durch eine Stapler-Operation minmalinvasiv schonend entfernt werden. Die Komplikationsrate betrug in einer Zusammenstellung eines Zentrums nur etwa 10 %, was deutlich niedriger als die anderer Methoden war 2.
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Verweise
- Proktologie
- Anopexie nach Longo
- obstruktive Defäkationsstörung
- Hämorrhoiden
- Intussuszeption
- Proktologie
- Beckenbodeninsuffizienz
Weiteres
- Asian J Surg. 2023 Feb;46(2):807-815. doi: 10.1016/j.asjsur.2022.07.149[↩]
- BMC Surg. 2025 Jul 9;25(1):293. doi: 10.1186/s12893-025-02918-5[↩]
- Chirurg. 2016 Nov;87(11):909-917. German. DOI: 10.1007/s00104-016-0265-3.[↩]
- World J Gastrointest Surg. 2021 May 27;13(5):443-451. DOI: 10.4240/wjgs.v13.i5.443.[↩]
- Minerva Chir. 2020 Apr;75(2):65-71. DOI: 10.23736/S0026-4733.18.07725-8.[↩]