Mikroalbuminurie

Nieren Schema
Nieren schematisch

Das Wichtigste

Als Mikroalbuminurie wird eine minimale Ausscheidung von Albumin mit dem Urin bezeichnet, die zwischen 30 und 300 mg/Tag liegt. Sie ist bereits ein Zeichen einer glomerulären Schädigung der Nieren durch eine mikrovaskuläre und endotheliale Dysfunktion. Hauptursache ist der Prädiabetes.

Die Mikroalbuminurie wird als sensibler Marker für eine beginnend fortschreitende Nierenkrankheit sowie auch für beginnende diabetische Folgekrankheiten verwendet. Die Ursachen werden als „endothelial injury syndromes“ zusammengefasst.

Die Untersuchung des Urins auf eine sehr geringe Albuminausscheidung (Mikroalbuminurie) erfolgt nicht durch einen Stix-Test. Sie muss gesondert angefordert werden.

→ Diabetische Folgeschäden
→ Albuminurie

Nachweis

eine Albuminausscheidung bis 20 mg/Tag gilt noch als physiologisch.

Die Nachweisgrenze der üblichen Urin-Plättchentests liegt bei 300 mg/l und erfasst eine Mikroalbuminurie nicht. Zur Diagnostik ist eine spezielle Laboruntersuchung mit erhöhter Empfindlichkeit anzufordern.

Indikation

Von Bedeutung ist die Untersuchung einer Mikroalbuminurie zur Erkennung einer beginnenden diabetischen Nephropathie. Ist erst einmal der Proteinnachweis beim Plättchentest positiv, liegt bereits eine Makroalbuminurie vor; ein Test auf Mikroalbuminurie erübrigt sich dann. Es folgt i. d. R. eine quantitative Untersuchung auf Eiweiß im Urin.

Ursachen

Prädiabetes: Generell ist die Mikroalbuminurie ein Zeichen für eine Schwächung der kleinsten Blutgefäße des Körpers, speziell der Nieren. Am häufigsten wird sie beim Prädiabetes festgestellt.

„Endothelial injury syndromes“: Das Endothel (Blutgefäßinnenhaut) wird heute als dynamisches Organ angesehen, dass vielfältige Funktionen erfüllt, so vor allem eine Regulierung der Gerinnung, des Gefäßtonus und der Permeabilität für Moleküle und Zellen. Es ist wesentlich an Entzündungsreaktionen beteiligt. Bei seiner Schädigung löst es Blutgerinnung, Entzündung und Abraummechanismen (Apoptose) aus. Krankheiten beginnen oft mit einer endothelialen Dysfunktion. Krankheiten, die auf einer solchen Dysfunktion beruhen, werden als „endothelial injury syndromes“ bezeichnet. Sie lassen sich durch eine Mikroalbuminurie oft frühzeitig erkennen 1.

Vorbeugung

Eine höhere Aufnahme von tierischem Eiweiß, tierischen Fetten und Cholesterin über die Nahrung kann das Risiko für Mikroalbuminurie erhöhen. Vorbeugend dagegen kann eine Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, aber wenig Fleisch und Süßigkeiten vor einer Verschlechterung der Nierenfunktion wirken. Gezeigt wurde das vielfach für mediterrane Kost, die reich an nativem Olivenöl ist. Sie kann im Vergleich zu einer fettarmen Ernährung die Nierenfunktion erhalten 2.

Eine Untersuchung wies nach, dass die Ernährung die Mikroalbuminurie beeinflusst. Tierische Fette und zwei oder mehr Portionen rotes Fleisch pro Woche erhöhten die Mikroalbuminurie deutlich (über 50 % bzw. 70 %), ebenfalls eine hohe Salzaufnahme. Dagegen hatte β-Carotin eine schützende Wirkung 3.

Eine weitere Untersuchung zeigt auf, dass eine Mikroalbuminurie mit dem Fortschreiten diabetischer Folgekrankheiten assoziiert ist, hier am Beispiel einer Makulaverdünnung, die vor dem Auftreten einer sichtbaren Retinopathie entsteht und und zusammen mit Mikroalbuminurie auftritt 4.


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Verweise

Weiteres

  1. Front Med (Lausanne). 2025 Nov 3;12:1718272. doi: 10.3389/fmed.2025.1718272[]
  2. Clin Nutr. 2022 Feb;41(2):552-559. doi: 10.1016/j.clnu.2021.12.041[]
  3. Clinical Journal of the American Society of Nephrology 5(5):p 836-843, DOI: 10.2215/CJN.08001109[]
  4. Retina. 2022 Mar 1;42(3):442-449. doi: 10.1097/IAE.0000000000003337[]