Broccoli

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Broccoli (auch „Brokkoli“) ist ein dem Blumenkohl verwandtes Gemüse, das für die Ernährung wegen seines Gehalts an Mineralien und Spurenelementen, Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen einen hohen Wert hat und seit einiger Zeit in der Krebsforschung Aufmerksamkeit erregt.

Angebaut wird das nicht winterfeste Broccoli vor allem in Mittelmeerländern, insbesondere in Italien.

Inhaltsstoffe

Medizinische Wirkungen

Broccoli gehört zu den Pflanzen, bei denen antientzündliche und eine eine Krebs vorbeugende Wirkung nachgewiesen ist. 2 3 Diese Wirkung wird auf den Inhaltsstoff Sulforaphan zurückgeführt.

  • Entzündungsaktivität bei Übergewicht: Adipositas ist mit einer erhöhten Entzündungsaktivität im Körper assoziiert, so auch mit einer Fettleberhepatitis. Sie wird durch Glucoraphanin, einer Vorstufe des Nrf2-Aktivators Sulforaphan aus Broccoliextrakt, verringert, was sich auf eine Verbesserung der Insulinresistenz auswirkt. 4
  • Prostatakarzinom: Nachgewiesen wurde eine positive Wirkung auf das Prostatakarzinom 5, wobei offenbar eine Einflussnahme auf der genetischen Ebene eine Rolle spielt. 6 7
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs: Auch Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) ist durch Broccoli-Extrakte günstig beeinflussbar. Chemische Derivate des in ihnen enthaltenen Sulforaphans hemmen die Tumorausbreitung sogar deutlich effektiver. Aus ihnen lassen sich möglicherweise neue Medikamente entwickeln. 8
  • Weitere Krebsarten: Laborexperimente legen nahe, dass auch Darmkrebs und Krebs der Mundschleimhaut durch sulforaphanhaltige Broccoli-Extrakte verhindert oder günstig beeinflusst werden können. 9 10

Insbesondere ist die Kombination von Sulforaphan mit Chemotherapeutika zur Behandlung des Prostata- und Pankreaskarzinoms ein viel versprechendes Konzept geworden. 11 Auch eine Kombination mit einem als Ionophor wirkenden Antibiotikum erhöht die gegen Darmkrebs gerichtete Wirkung von Sulforaphan durch antiproliferative und proapoptotische Effecte sowohl in vitro als auch in vivo. 12

Brokkoli scheint daher in der Ernährung bei Tumorkrankheiten sinnvoll zu sein und den Effekt der medikamentösen Therapie fördern zu können.

Verweise

 


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Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


 

Referenzen

  1. Cancer Prev Res (Phila). 2020;13(8):661-672. doi:10.1158/1940-6207.CAPR-20-0054[]
  2. Semin Oncol. 2010 Jun;37(3):258-8[]
  3. Rocz Panstw Zakl Hig. 2012;63(4):389-395.[]
  4. Adipocyte. 2018;7(3):218-225. doi:10.1080/21623945.2018.1474669[]
  5. Mol Cancer. 2010; 9: 308[]
  6. Mol Cancer. 2010 Jul 13;9:189[]
  7. Biochim Biophys Acta. 2010 Nov;1803(11):1287-97[]
  8. Biomolecules. 2020;10(5):769. Published 2020 May 15. doi:10.3390/biom10050769[]
  9. Int J Food Sci Nutr. 2018;69(8):946-953. doi:10.1080/09637486.2018.1439901[]
  10. Cancer Prev Res (Phila). 2016;9(7):547-557. doi:10.1158/1940-6207.CAPR-15-0290[]
  11. Mol Ther. 2011 Jan;19(1):188-95[]
  12. Onco Targets Ther. 2020;13:4957-4969. Published 2020 Jun 3. doi:10.2147/OTT.S246706[]