Alpha-1-Antitrypsin (AAT) ist ein Enzym, welches Gewebe und Organe vor Destruktionen im Rahmen von Entzündungen schützt und dessen angeborener Mangel zu schwerwiegenden Erkrankungen der Lungen und der Leber führt.
AAT ist ein Laborwert und gehört zu den Akute-Phase-Proteinen. Es läuft in der Elektrophorese im Alpha-1-Peak und macht dessen Hauptteil aus. Eine Erniedrigung dieses Peaks weist auf einen AAT-Mangel hin.
Pathophysiologie
AAT wird in der Leber gebildet. Bei schweren Leberkrankheiten kann seine Konzentration im Blut absinken. Es gehört zur Serpin-Superfamilie und wird vom SERPINA1-Gen kodiert. Es wirkt als Proteaseinhibitor und wird auch als Alpha-1-Proteinase-Inhibitor (A1PI) bezeichnet. Als solcher hemmt es verschiedene Proteasen (nicht nur Trypsin) und schützt Gewebe vor Enzymen von Entzündungszellen, insbesondere vor der Neutrophilen-Elastase. 1
AAT hemmt u. a. die Elastase von Granulozyten, die auf Dauer zur Zerstörung von Lungengewebe und der Bildung eines Lungenemphysems führt. Ein Mangel an AAT fördert damit die Bildung eines frühzeitigen Lungenemphysems. Umgekehrt kann die therapeutische Zufuhr von gereinigtem AAT die Weiterentwicklung eines solchen Emphysems verhindern.
Lungenerkrankung bei Z-Protein-Mutation
Die PI*S-Variante ist eine der häufigsten Mutationen und erhöht das Risiko, eine AATD-bedingte Lungenerkrankung zu entwickeln. Allerdungs ist das Risiko durch den PI*SS-Genotyp deutlich geringer als das durch den PI*ZZ-Genotyp. 2
Lebererkrankung bei Z-Protein-Mutation
Ein homozygoter ZZ-Alpha-1-Antitrypsin (AAT)-Mangel führt zu einer Lebererkrankung. Das mutierte Z-Protein faltet sich während der Biogenese nicht korrekt und akkumuliert in den Hepatozyten. Die Ausprägung der dadurch entstehenden Lebererkrankung ist jedoch sehr variabel. 3 4
→ Zum AAT-Mangel siehe hier.
Verweise
Weiteres
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