Serelaxin ist ein rekombinantes Analogon des menschlichen Relaxin-2, einem lange zuvor bekannten Schwangerschaftshormon, welches nun jedoch wegen seiner kardiovaskulären und renovaskulären Wirkungen als Medikament zur Behandlung einer schweren Herzinsuffizienz in Betracht gezogen wird.
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Relaxin als Schwangerschaftshormon
Relaxin wurde 1930 als Hormon entdeckt, welches die Relaxation der Beckenligamente in der Schwangerschaft identifiziert. Später wurden vielfältige weitere Funktionen entdeckt, so beispielsweise seinen Einfluss auf den Gefäßtonus, die Plasmaosmolalität, die Gefäßbildung, die Nierenfunktion, den Kollagenumsatz und die Aktivierung des Glukokortikoidrezeptors 1.
Serelaxin als rekombinantes Medikament
Inzwischen wurde Relaxin als potenzielles Medikament zur Herzentlastung bei Herzinsuffizienz interessant 2 3. Sein rekombinantes Analogon Serelaxin steht für entsprechende Untersuchungen zur Verfügung. Wie gezeigt wurde, senkt es den Widerstand im kleinen und großen Kreislauf und vermag so das Herz vor einer Dekompensation zu schützen 4.
Studienergebnisse
Studienergebnisse zeigen, dass Serelaxin bei Patienten mit akuter Herzinsuffizienz wirksam ist: In der RELAX-AHF-Studie wurde nachgewiesen, dass es die 180-Tage-Mortalität (Gesamtmortalität aus allen Gründen) reduziert. Allerdings reduziert es nicht die Mortalität aus kardiovaskulären Ursachen und nicht die Rate der Wiedereinweisungen innerhalb 60 Tagen 5. Die Reduktion der Mortalität war assoziiert mit einem geringeren Anstieg der Nierenwerte (Creatinin und Cystatin C) innerhalb der ersten 5 Tage 6. Es hat daher den Anschein, dass Serelaxin bei der akuten Herzinsuffizienz indirekt über eine Verbesserung der Nierenfunktion wirkt. Eine Studie hierzu ist unterwegs 7.
Verweise
Referenzen
- Pharmacol Ther. 2006 Oct;112(1):38-56[↩]
- Heart Fail Rev. 2009 Dec;14(4):321-9[↩]
- Expert Opin Investig Drugs. 2014 Jul;23(7):1017-26[↩]
- Heart. 2015 Nov 24. pii: heartjnl-2014-306786. doi: 10.1136/heartjnl-2014-306786[↩]
- J Am Coll Cardiol. 2014 Oct 14;64(15):1591-8[↩]
- J Am Coll Cardiol. 2013 Jan 15;61(2):196-206[↩]
- Eur J Heart Fail. 2017 Apr 28. doi: 10.1002/ejhf.830[↩]