Octreotid

Spritze Injektion

Octreotid ist ein Medikament zur Behandlung neuroendokriner Tumore, wie dem Karzinoid, und der Akromegalie. Bei einer akuten Ösophagusvarizenblutung wird es als Notfallmedikament eingesetzt. Es ist ein synthetisches Oktapeptid und leitet sich von Somatostatin ab. 1
Somatostatin
Akromegalie
Karzinoid
Ösophagusvarizenblutung

Wirkungen

Octreotid zeichnet sich Somatostatin gegenüber durch eine deutlich verlängerte Wirkungszeit aus, die für einen pharmakologischen Einsatz günstiger ist. Es wirkt wie Somatostatin hemmend auf die Bildung von Somatotropin in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) sowie einer Reihe gastrointestinaler Hormone wie Insulin, Glukagon, Gastrin und Cholezystokinin.

Octreotid-Szintigraphie

Wegen seiner hochaffinen Bindung an Somatostatinrezeptoren wird das Molekül radioaktiv markiert (z. B. 111Indium- oder 68Gallium-Octreotid) und zur Somatostatin-Rezeptor-Szintigrafie (auch als Octreotid-Szintigraphie bezeichnet) mit SPECT-CT verwendet. Sie dient der Lokalisation neuroendokriner Tumoren inklusive von C-Zell-Karzinomen der Schilddrüse und ihrer Metastasen im Körper.

Indikationen zur Therapie mit Oktreotid

  • Akromegalie: Wenn der zugrunde liegende Hypophysentumor nicht operativ entfernt oder durch Bestrahlung inaktiviert werden kann,
  • Neuroendokrine Tumore: Octreotid wird zur Symptombeherrschung beim Karzinoid und anderen neuroendokrinen Tumoren (vor allem des Pankreas) eingesetzt und ergänzt oft die Therapie mit Sunitinib oder Everolimus.

Günstige Wirkungen

  • Dumping-Syndrom: besonders das Frühdumping nach Magenoperationen mit Resektion des Pylorus scheint in einigen Fällen auf das Somatostatinanalogon anzusprechen. 2
  • Akute Pankreatitis: in der Anfangsphase einer akuten Pankreatitis bei adipösen Patienten vermag es die Entwicklung einer schweren Verlaufsform effektiv zu verhindern. 3
  • Ösophagusvarizenblutung: Es vermag wie Terlipressin die akute Blutung zu beherrschen; ein Effekt auf die Mortalität konnte jedoch nicht nachgewiesen werden. 4 Octreotid kommt daher als erste Maßnahme bis zur Einlieferung in eine Klinik infrage, wo endoskopische Maßnahmen (z. B. Gummibandligatur) möglich sind. 5

Diagnostik und Therapie mit radioaktiven Oktreotid-Analoga

Neuroendokrine Tumore, die nicht operabel sind, können Somatostatinrezeptoren enthalten. In diesen Fällen können sie mit radioaktiven Oktreotidanaloga zielgenau erreicht und dadurch lokal bestrahlt werden. Positive Erfahrungen hat man mit 177Lutetium-[DOTA°,Tyr3]octreotate (177Lu-DOTATATE) gemacht. 6  Mithilfe des Oktreotidscans (Somatostatinrezeptor-Szintigraphie, SRS) lassen sich Karzinoide und andere neuroendokrine Tumore im Körper lokalisieren 7.


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Ergänzende Informationen

Weiteres

Literatur:


Letzte Aktualisierung von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt):
  1. Eur J Endocrinol. 2019 Nov;181(5):R173-R183. doi: 10.1530/EJE-19-0074[]
  2. Clin Gastroenterol Hepatol. 2009 Apr;7(4):432-7[]
  3. Pancreas. 2012 Nov;41(8):1206-12[]
  4. Semin Respir Crit Care Med. 2012 Feb;33(1):46-54[]
  5. Am J Gastroenterol. 2026 Aug 1;121(8):1885-1894. doi: 10.14309/ajg.0000000000003791[]
  6. Expert Rev Gastroenterol Hepatol. 2019 Nov;13(11):1023-1031. doi: 10.1080/17474124.2019.1685381[]
  7. Kapoor M, Kasi A. Octreotide Scan. 2025 May 4. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2026 Jan–. PMID: 32644756.[]
Medizinisch geprüft von

Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Letzte medizinische Prüfung:

Von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Studium in Freiburg und Wien, biochemische Forschung in Bochum über Glykoproteine. Klinische Ausbildung und Forschung über Gallensäuretransport und Cholestase an der Universitätsklinik Freiburg. Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Habilitation. Chefarzt in Berlin und Frankfurt (Oder).