Vorbeugung einer Hepatitis B

HBV,Hepatitis B Viru,s Schema
Hepatitis-B-Virus (Schema)

Die Vorbeugung einer Hepatitis B spielt bei der Bekämpfung dieser Viruskrankheit eine große Rolle. Ziel ist es, gefährdete Personengruppen zu schützen und die Erkrankung weltweit zurückzudrängen. 1

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Hepatitis B – einfach erklärt

Allgemeines zur Hepatitis B

Hepatitis-B-Erreger: DNA-Virus, 6 Genotypen, mehrere HBsAg-Typen hohe Stabilität Übertragung alle Körperflüssigkeiten, besonders Blut

Übertragung: Sexualkontakt > iv-Drogenkonsum > Blutprodukte > sonstige Wege

Verbreitung: weltweit, Durchseuchung ca. 2 Milliarden!! 350 Mio Menschen chronisch infiziert

Infektionsrate: in Deutschland 250-650.000 chron. Virusträger; 5000 Neumeldungen/Jahr, 50.000 geschätzt!! Ca 6% der Bevölkerung infizieren sich im Laufe ihres Lebens obwohl seit 1982 ein Impfstoff zur Verfügung steht !!

Prognose der Hepatitis B

  • 5 bis 10 % der HBV-infizierten Erwachsenen entwickeln eine chronische Hepatitis.
  • 50 % von ihnen entwickeln ohne Therapie nach fünf Jahren eine Leberzirrhose.
  • Das Risiko für die Entwicklung eines Leberzellkarzinoms steigt dann um den Faktor 100!

Risikogruppen

  • Sexuell aktive Personen mit häufig wechselndem Geschlechtsverkehr: ungeschützter Verkehr, Fernostreisen
  • i.v.-Drogenabhängige und Kokainsüchtige: Hepatitis B,C, HIV/AIDS, Tuberkulose, gemeinsame Nadeln und Schnupfröhrchen!
  • Straf- und Untersuchungsgefangene, Abschiebehäftlinge: enge Verhältnisse, Gewalt, sexuelle Aktivitäten, Drogen
  • Personal in Gefängnissen oder Abschiebeanstalten
  • Nichtmedizinische Berufe: Maniküre, Pediküre, Tätowierungen und Piercing
  • Patienten, die Bluttransfusionen benötigen: Verletzungen, Operationen, Kranke mit Blutarmut, Bluter, Dialyse. Restrisiko ca. 1:50.000 bis 1:200.000 pro Spende
  • Neugeborene von HBsAg-positiven Müttern: 2400 – 6200 Neugeborene infizierter Mütter bei 800.000 Geburten/Jahr. Daher HBsAg-Screening pränatal (nach der 32. SSW)!
  • Angehörige und Betreuer HBsAg-positiver Personen in psychiatrischen Einrichtungen, Kindergärten, Pflegestätten
  • Personal in Gesundheitseinrichtungen: Chirurgen, Dialyseärzte, Zahnärzte, Schwestern und Pfleger, Reinigungspersonal

Vorbeugung

Folgende Empfehlungen können insbesondere gefährdeten Personengruppen helfen, einer Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus vorzubeugen:

  • Vorsicht bei Kontakt mit Personen aus Risikogruppen, Vermeiden von ungeschütztem Intimkontakt und von gemeinsamem Drogenkonsum
  • Vermeidung einer Übertragung bei Behandlung und Pflege: Handschuhe, Mundschutz, Schutzbrille bei infektiösen Aerosolen
  • Vermeidung einer Übertragung in Gemeinschaften keine gemeinsamen Nagelscheren, Nassrasierer, Zahnbürsten etc., sichere Versorgung von Schnittwunden
  • Tätigkeitsspektrum infektiöser Personen im medizinischen Bereich: Festlegung durch ein Gremium am Arbeitsplatz, Überwachung durch den Arbeitgeber
  • Impfung: Ziel ist die Durchimpfung der Bevölkerung. Medizinisches Personal sollte generell geimpft sein.

Impfempfehlungen

  • Kinder: Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Poliomyelitis, Masern + Mumps + Röteln (MMR), Hepatitis B (seit 1995 auch schon für Säuglinge), bei Kleinkindern auch gegen Hib.
  • Erwachsene: Diphtherie und Tetanus (Td-Impfstoff), Poliomyelitis, bei seronegativen Personen gegen Hepatitis B.
  • Schwangere sollen laut Mutterschaftsrichtlinie nach der 32. SSW generell auf Hepatitis B untersucht werden (siehe STIKO, RKI).
  • Neugeborene von Müttern mit unbekanntem HBsAg-Status sollen innerhalb von 12 Studen nach der Geburt aktiv grundimmunisiert werden. Die Mutter ist sofort auf Hepatitis B zu screenen; sollte sie positiv sein, kann das Neugeborene innerhalb von 7 Tagen passiv nachimmunisiert werden.[1]
  • Neugeborene von Müttern mit bekannter Hepatitis-B-Infektion sollen aktiv und passiv simultan geimpft werden.

→ Zur Hepatitis-B-Impfung siehe hier.


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Verweise

Fachinfos

 

Letzte Aktualisierung von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt):
  1. Dtsch Arztebl 2001; 98: A 329-331[]

Von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Approbation, Promotion Medizinische Fakultät Universität Freiburg, 3 Jahre Biochemische Forschung Universität Bochum, Klinische und experimentelle Forschung in Zusammenarbeit mit dem Biochemischen Institut der Naturwissenschaftlichen Fakultät Freiburg und dem Institut für Informatik Würzburg. Habilitation an der Medizinischen Klinik der Universität Freiburg. Chefarzt der DRK-Kliniken Berlin und am Klinikum Frankfurt (Oder). Veröffentlichungen in verschiedenen hochrangigen Peer-Review-Journals inkl. Hepatology, Artif Intell Med., J Lipid Res., Adv Enzyme Regul., Dtsch Med Wochenschr., Med Welt., Z Krebsforsch., Ultraschall Med.