D-Dimere

Makromolekül (Kalottenmodell)
Makromolekül (Kalottenmodell)

Allgemeines

D-Dimere sind Fibrin- und Fibrinogen-Spaltprodukte (splits), die zur Diagnostik einer gesteigerten Fibrinolyse (Hyperfibrinolyse, Gerinnselauflösung) bestimmt werden. Zu ihrem Nachweis werden in der Regel monoklonale Antikörper eingesetzt, die für die verschiedenen Subtypen unterschiedlich empfindlich sind. Die Ergebnisse verschiedener Bestimmungsmethoden sind daher nicht immer vergleichbar. Die Methoden sind zudem störanfällig, beispielsweise durch eine Heparin-Therapie.

Indikationen

D-Dimere werden bestimmt

  • bei Verdacht auf eine Hyperfibrinolyse, wie sie bei einer Lungenembolie und bei einer disseminierten intravasalen Gerinnung auftreten kann.
  • zur Kontrolle des Verlaufs einer fibrinolytischen Therapie (medikamentöse Auflösung eines Blutgerinnsels).

Referenzbereich

Der Normbereich ist je nach Methode unterschiedlich; die Angaben des jeweiligen Laborinstituts sind zu beachten.

Positiver Nachweis

Erhöhte Werte finden sich bei folgenden Bedingungen:

  • ausgedehnte Thrombose, z. B. tiefe Bein- oder Beckenvenenthrombose,
  • Lungenembolie: wegen der erhöhten fibrinolytischen Aktivität der Lungen sind bei einer Lungenembolie die Werte für D-Dimere meist besonders hoch,
  • disseminierte intravasale Gerinnung (DIC), z. B. bei Schock, Sepsis oder Hämolyse,
  • Paraneoplasie mit Hyperfibrinolyse bei einigen Tumoren.
  • sekundär bei chirurgischen Operationen in Bereichen mit erhöhter Aktivierung gerinnungsaktiver Substanzen (z. B. Nekrosen, Prostata, Lungen, Pankreas, Uterus).

Eine Erhöhung der D-Dimere weist auf eine Verbrauchskoagulopathie (disseminierte intravasale Gerinnung, DIC) hin, wie sie bei einer Sepsis auftreten kann.


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Verweise

Weiteres

Von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Approbation, Promotion Medizinische Fakultät Universität Freiburg, 3 Jahre Biochemische Forschung Universität Bochum, Klinische und experimentelle Forschung in Zusammenarbeit mit dem Biochemischen Institut der Naturwissenschaftlichen Fakultät Freiburg und dem Institut für Informatik Würzburg. Habilitation an der Medizinischen Klinik der Universität Freiburg. Chefarzt der DRK-Kliniken Berlin und am Klinikum Frankfurt (Oder). Veröffentlichungen in verschiedenen hochrangigen Peer-Review-Journals inkl. Hepatology, Artif Intell Med., J Lipid Res., Adv Enzyme Regul., Dtsch Med Wochenschr., Med Welt., Z Krebsforsch., Ultraschall Med.