Perikarditis constrictiva

Herz schematisch

Allgemeines

Die Perikarditis constrictiva („concretio cordis“) ist eine vernarbende Entzündung des Herzbeutels (Perikarditis). Sie ist Folge einer chronischen Herzbeutelentzündung. Häufig ist eine Tuberkulose die Ursache.. Durch narbige Schrumpfung engt sie das Herzvolumen (Schlagvolumen) erheblich ein, sodass sich eine zunehmende Herzinsuffizienz entwickelt. Es entwickelt sich ein „eingemauertes Herz“. 1

Ursachen

Weltweit ist die tuberkulöse Perikarditis die häufigste Ursache einer konstriktiven Perikarditis. In westlichen Ländern dagegen sind die häufigsten Ursachen:

  • idiopathische Genese bzw. virale Ursachen,
  • vorangegangene Herzoperationen,
  • eine Strahlentherapie in der Vorgeschichte.

Diese Erkrankungen tragen selbst jedoch ein nur geringes Risiko für eine Weiterentwicklung in Richtung Pericarditis constrictiva.

Weniger häufige Ursachen sind

  • Bindegewebserkrankungen,
  • maligne Erkrankungen,
  • Traumata,
  • fortgeschrittene Nierenerkrankungen.

Eine eitrige Perikarditis und eine tuberkulöser Perikarditis haben das bei Weitem höchste Risiko für eine konstriktive Perikarditis. 2

Diagnostik

Typisch für die Perikarditis constrictiva ist

  • ein Pulsus paradoxus,
  • ein sehr niedriger Blutdruck (wegen einer mangelhaften Ventrikelfüllung während der Füllungsphase (Diastole) ) und damit
  • ein mangelhafter Abfluss des Bluts aus dem venösen System.

Es kommt zu einer Stauung in den großen Hohlvenen, gestauten Halsvenen, eine Stauungsleber und einem Pfortaderhochdruck und ggf. Aszites. Eine Reihe weiterer Symptome und Organstörungen folgen aus der venösen Stauung. Klinisch findet man einen paradoxen Anstieg des Halsvenendrucks während der Einatmung (Kussmaulsches Zeichen).

Die Diagnose wird durch bildgebende Verfahren gesichert (Echokardiographie, CT, Kardio-MRT).

Behandlung

Die Behandlung richtet sich gegen die Grunderkrankung. Es werden entzündungshemmende Medikamente, einschließlich nichtsteroidaler Mittel, Colchicin, Kortikosteroiden und Interleukin-1-Hemmern verwendet. Durch eine Therapie der Tuberkulose kann es bereits zu einer Besserung der Symptome kommen. In schweren Fällen mit Perikardverkalkungen kann eine operative Perikardfensterung / Pericardektomie zu einer deutlichen Besserung führen 3.


→ facebook: Neues und Interessantes!
→
Labor-App Blutwerte PRO – mit Lexikonfunktion


Ergänzende Informationen

Weiteres

Literatur: 2 1 4 5


Letzte Aktualisierung von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt):
  1. QJM. 2024 Sep 1;117(9):679-680. doi: 10.1093/qjmed/hcae101[↩][↩]
  2. J Cardiol. 2024 Apr;83(4):219-227. doi: 10.1016/j.jjcc.2023.09.003[↩][↩]
  3. Int J Cardiovasc Imaging. 2026 Jun;42(6):1207-1208. doi: 10.1007/s10554-026-03603-1[↩]
  4. Cureus. 2021 Sep 24;13(9):e18252. doi: 10.7759/cureus.18252[↩]
  5. Methodist Debakey Cardiovasc J. 2026 Mar 10;22(2):85-96. doi: 10.14797/mdcvj.1788.[↩]
Medizinisch geprüft von

Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Letzte medizinische Prüfung: 18.09.2026

Von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Studium in Freiburg und Wien, biochemische Forschung in Bochum über Glykoproteine. Klinische Ausbildung und Forschung über Gallensäuretransport und Cholestase an der Universitätsklinik Freiburg. Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Habilitation. Chefarzt in Berlin und Frankfurt (Oder).