Marasmus

Unterernährung Marasmus Afrika
Kachexie durch Hunger (Foto privat)

Allgemeines

Marasmus bedeutet eine starke Auszehrung an Körperfett und Muskulatur. Es kommt zu extremem Untergewicht, das mit einer allgemeinen Schwäche und Apathie einhergeht. Die mangelhafte Reserve des Körpers erstreckt sich auch auf die Immunabwehr der Körpers, so dass sich Infektionen rasch ausbreiten und einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen können. Der Energiemangel führt schließlich zum Herzversagen.

→  Kachexie.

Ursachen

Marasmus ist die Folge einer lang andauernden Unterversorgung des Körpers mit Nahrung (Kalorien, Vitaminen und Spurenelementen). Ursachen können sein (Auswahl):

Folgen

Infektionen: Marasmus ist immer verbunden mit einer erheblichen Abwehrschwäche des Immunsystems und daher mit Infektionskrankheiten, beispielsweise der Tuberkulose. Ein Beispiel einer lokalen Infektion ist die marantische Parotitis (Entzündung der Ohrspeicheldrüse).

Ödeme: Durch einen Albuminmangel kommt es zu Anasarka (Wassereinlagerungen am gesamten Körper).

Hormone: Der Energiemangel des Körpers hat tief greifende Folgen für alle Stoffwechselvorgänge, so für die Körperkraft oder auch für die Produktion von Verdauungssäften, die Urinproduktion oder das Hormonsystem. Es kommt zu hormonellen Ungleichgewichten und schließlich zu einer Insuffizienz aller Hormondrüsen.

Gehirn: Energiemangel bedeutet speziell für das Gehirn mit seinem außerordentlich hohen Energiebedarf eine Einschränkung seiner Leistungsfähigkeit. Es können psychiatrische Symptome verschiedenster Art mit Verkennung der Wirklichkeit und Halluzinationen eintreten. Es kommt zu Apathie, Delir und Bewusstlosigkeit.

Herz: Ein Energiemangel des Herzens kann zu Herzrhythmusstörungen und schließlich zur elektromechanischen Entkopplung führen, was häufig die Todesursache darstellt.

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und den Folgen. Siehe jeweils dort.

Verweise

Weiteres

Letzte Aktualisierung von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt):

Von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Approbation, Promotion Medizinische Fakultät Universität Freiburg, 3 Jahre Biochemische Forschung Universität Bochum, Klinische und experimentelle Forschung in Zusammenarbeit mit dem Biochemischen Institut der Naturwissenschaftlichen Fakultät Freiburg und dem Institut für Informatik Würzburg. Habilitation an der Medizinischen Klinik der Universität Freiburg. Chefarzt der DRK-Kliniken Berlin und am Klinikum Frankfurt (Oder). Veröffentlichungen in verschiedenen hochrangigen Peer-Review-Journals inkl. Hepatology, Artif Intell Med., J Lipid Res., Adv Enzyme Regul., Dtsch Med Wochenschr., Med Welt., Z Krebsforsch., Ultraschall Med.