Mikroskopische Kolitis

Pseudomembranöse Kolitis (Koloskopie)

Mikroskopische Kolitis ist der Oberbegriff für alle Diarrhoe-Erkrankungen mit einer (bei einer Endoskopie) makroskopisch unauffälligen Schleimhaut. Sie ist in der Regel eine chronisch entzündliche Krankheit des Dickdarms und häufig mit wässriger Diarrhö und Bauchbeschwerden verbunden. Sie führt zu einer erheblichen Abnahme der Lebensqualität. Es werden zwei Haupttypen unterschieden, die beide auf topische Glukokortikoide ansprechen: die lymphozytäre Kolitis und die Kollagenkolitis. 1

→ Lymphozytäre Kolitis 
→ Kollagenkolitis

Häufigkeit

Bei 9,5 von 100 Koloskopien mit normaler Makroskopie bei Patienten mit chronischer wässriger Diarrhoe fand sich eine mikroskopische Kolitis.

Symptome, Beschwerden

In einer Zusammenstellung wurden folgende Symptome und Beschwerden aufgeführt: Durchfälle in 98 %, Bauchbeschwerden in 24 %, Gewichtsverlust in 10 %, Stuhlinkontinenz in 8 %. In 28 % der Fälle bestand eine begleitende Autoimmunkrankheit, oft eine Coeliakie. 2

Histologie

Infiltration der Mukosa mit Lymphozyten (lymphozytäre Kolitis) oder Verbreiterung der Basalmembran durch eine kollagene Schicht (Kollagenkolitis). Das Rektum ist häufig nicht befallen, sodass Gewebeproben auch von proximalen Kolonabschnitten genommen werden müssen. 3

Therapie

In einer Zusammenstellung erreichten 38 % der Fälle eine spontane Remission ohne spezifische Behandlung oder mit einfachen Antidiarrhoika. Wenn keine Remission erfolgt, sind Glukokortikoide eine wirkungsvolle Therapieoption. Sowohl bei der lymphozytären Kolitis als auch bei der Kollagenkolitis ist orales Budesonid oft wirksam. Es gilt als die aussichtsreichste Therapie. In der o. g. Zusammenstellung von 222 Patienten hatten auch darunter eine refraktäre Diarrhö. In einem Fall musste eine Kolektomie (operative Dickdarmresektion) vorgenommen werden, in einem anderen Fall kam es durch Einsatz einer Anti-TNF-alpha-Therapie zu einem Ansprechen. 4 5

Eine Datenauswertung von allen Fällen verschiedener Zentren über 6 Jahre (28 Patienten mit lymphozytärer Kolitis und 44 Patienten mit kollagöser Kolitis) ergab, dass ein positives Ansprechen auf Budesonid signifikant mit einer langfristigen klinischen Remission verbunden war. Alle Patienten, die eine histologische Remission erreichten, blieben ohne weitere medikamentöse Therapie symptomfrei 6.

Wenn Patienten auf eine Therapie nicht ansprechen, sollte nach einer assoziierten Dünndarmkrankheit, wie einer Coeliakie (einheimische Sprue), gesucht werden. 7


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Ergänzende Informationen

Weiteres


Letzte Aktualisierung von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt):
  1. Lancet Gastroenterol Hepatol. 2019 Apr;4(4):305-314. DOI: 10.1016/S2468-1253(19)30048-2[↩]
  2. Int J Colorectal Dis. 2014 Jul;29(7):799-803. DOI: 10.1007/s00384-014-1860-8. Epub 2014 Apr 18. PMID: 24743846.[↩]
  3. Fernandez-Banares F. et al. Am. J. Gastroenterol. 1999; 94: 418-423[↩]
  4. Int J Colorectal Dis. 2014 Jul;29(7):799-803. DOI: 10.1007/s00384-014-1860-8.[↩]
  5. Br J Hosp Med (Lond). 2020 Oct 2;81(10):1-7. doi: 10.12968/hmed.2020.0034.[↩]
  6. Ann Med. 2024 Dec;56(1):2365989. doi: 10.1080/07853890.2024.2365989[↩]
  7. Dig Dis Sci. 2021 Aug 27. DOI: 10.1007/s10620-021-07232-7[↩]
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Medizinisch geprüft von

Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Letzte medizinische Prüfung: 29.09.2026

Von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Studium in Freiburg und Wien, biochemische Forschung in Bochum über Glykoproteine. Klinische Ausbildung und Forschung über Gallensäuretransport und Cholestase an der Universitätsklinik Freiburg. Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Habilitation. Chefarzt in Berlin und Frankfurt (Oder).