Prognose der Leberzirrhose – einfach erklärt

Leber Schema

Die Prognose einer Leberzirrhose hängt von der Aktivität der Grunderkrankung ab, von ihrem Stadium und ihrer Behandelbarkeit. Eine Leberzirrhose kann jahrelang inaktiv bleiben, sodass die Lebenserwartung kaum eingeschränkt ist; sie kann aber auch rasch fortschreiten. Daher wird i. d. R. regelmäßig, z. B. alle 1/2 Jahre, eine Kontrolle der Laborwerte und des Ultraschallbefundes durchgeführt. Wenn die Syntheseleistungsparameter schlechter werden und der Pfortaderdurchmesser anzusteigen beginnt, so werden die Kontrollabstände kürzer angesetzt.

Abhängigkeit der Prognose


Wie eine Leberzirrhose weiter verläuft, ist abhängig von ihrer Ursache, von ihrem Stadium (z. B. gemessen nach Child-Pugh) und der Compliance (Gehorsamkeit gegenüber den empfohlenen Verhaltensmaßregeln) des Patienten.

In Frühstadien einer Leberzirrhose kann eine erhebliche Lebensverlängerung und manchmal eine Normalisierung der Lebenserwartung erzielt werden. Dies kann erreicht werden, wenn die Lebertherapie konsequent durchgeführt und eine weitere Leberschädigung vermieden werden kann.

Wenn die Leberzirrhose in einem frühen Stadium erkannt wird, in dem noch keine gravierenden Komplikationen eingetreten sind, und wenn die Ursache behandelbar ist, kann der Vernarbungsprozess zum Stillstand kommen – und ihre Prognose ist gut. Dazu ist neben einer Beherrschung der Grundkrankheit auch ein guter Ernährungszustand aufrechtzuerhalten. 1

Prognose in Spätstadien

Wenn eine Leberzirrhose erst einmal ein Spätstadium erreicht hat, lassen sich die dann drohenden Komplikationen nur noch in reduziertem Umfang verhindern bzw. behandeln. Eine ausgeprägte Pfortaderstauung, eine Nieren- oder Lungenfunktionsstörung, eine wiederkehrende Bauchwassersucht  und häufig auftretende oder dauerhafte Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit (hepatische Enzephalopathie sind Zeichen einer stark eingeschränkten Prognose und verkürzten Lebenszeit. (Siehe hier.) Leberkrebs (ein hepatozelluläres Karzinom) in einer zirrhotischen Leber ist meistens ein schlechtes Zeichen für die weitere Entwicklung, obwohl es inzwischen neue Therapiemöglichkeiten gibt. Wenn eine TIPSS-Implantation oder eine Lebertransplantation möglich sind, kann die Prognose wieder besser sein.

Perspektive: Rückbildung der Vernarbung

In Einzelfällen kann sich eine Fibrosierung zurückbilden. Ein völliges Verschwinden der Narbenzüge scheint jedoch eher eine Ausnahme zu sein. So wurde beispielsweise über das Verschwinden einer Lebervernarbung nach Behandlung einer Schistosomiasis (Wurmkrankheit in Japan) durch Milzentfernung berichtet. 2

Die neueren Entwicklungen lassen eine medikamentöse Beeinflussung der Vernarbungsprozesse erwarten. Die zellulären Mechanismen werden erforscht. 3 Ziel einer künftigen Therapie wäre es, eine Normalisierung der Leberstruktur durch Abbau der Narbenzüge zu erreichen. 4


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Verweise

LEBERZIRRHOSE – VERSTÄNDLICH

Weiteres

  1. Mediators Inflamm. 2015;2015:872152. doi: 10.1155/2015/872152[]
  2. PLoS Negl Trop Dis. 2019 Apr 11;13(4):e0007174. DOI: 10.1371/journal.pntd.0007174[]
  3. Semin Liver Dis. 2017 Feb;37(1):1-10. doi: 10.1055/s-0036-1597816[]
  4. Nat Rev Gastroenterol Hepatol. 2021 Mar;18(3):151-166. doi: 10.1038/s41575-020-00372-7[]