Kryptorchismus

Symptome Befunde Schema
Symptome

Kryptorchismus (engl.: cryptorchidism) ist eine Lageanomalien des Hodens. Er finden sich bei ca. 4 % der Neugeborenen und geht auf Störungen des Dezensus testis (Wanderung des Hodens aus der Bauchhöhle in das Skrotum) zurück. Bei 2 % geschieht dies noch im Laufe des ersten Lebensjahres, sodass erst danach ärztlich eingegriffen werden sollte. 1

Ursachen

  • peritoneale Verwachsungen
  • testikulär hormonelle Störungen
  • fehlende Stimulierung der gonadotropen Hormone (FSH und LH aus dem Hypophysenvorderlappen)

Pendelhoden

Der Pendelhoden ist eine Sonderform des Kryptorchismus, bei der Hoden manuell in das Skrotum verlagert werden kann, er aber wieder durch Kremasterkontraktionen oder verkürzten Samenstrang in den Leistenkanal hochrutscht. Eine Behandlung nur dann notwendig, wenn der Hoden öfters im Leistenkanal ist, als im Hodensack oder wenn der Hochstand Schmerzen bereitet.

Folge

Unbehandelt oder zu spät behandelt kann es zur Infertilität kommen, da die Umgebungstemperatur in der Leibeshöhle 3 – 4 Grad höher ist als im Skrotum. Ein einmal eingetretener Schaden ist irreversibel. Ein unbehandelter Hodenhochstand geht mit einem erhöhten Malignitätsrisiko einher. 2
→ Siehe unter Hodenkarzinom.

Therapie

Wenn nach Abschluss des ersten Lebensjahres nicht beide Hoden im Skrotum palpabel sind, kann zunächst hormonelle Behandlung mit Choriongonadotropinen oder LH-RH-Analoga versucht werden 3. Wenn sie unwirksam ist, sollte vor Ende des zweiten Lebensjahres eine operative Orchidopexie (Fixierung des Hodens in der richtigen Position) vorgenommen werden. Eine Behandlung mit Gonadotropin-Releasing-Hormon-Agonisten (GnRHa) nach einem chirurgischen Eingriff führt zur Wiederherstellung der Minipubertät und verhindert in den meisten Fällen die Unfruchtbarkeit im Erwachsenenalter 4.


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Verweise

Weiteres

Letzte Aktualisierung von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt):
Medizinisch geprüft von

Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Letzte medizinische Prüfung:

  1. Padiatr Grenzgeb. 1988;27(1-2):79-86[]
  2. Eur J Pediatr Surg. 2016 Oct;26(5):409-417[]
  3. Urology. 1997 Jan;49(1):108-11. doi: 10.1016/S0090-4295(96)00359-7[]
  4. Int Braz J Urol. 2024 Jan-Feb;50(1):20-27[]

Von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Studium in Freiburg und Wien, biochemische Forschung in Bochum über Glykoproteine. Klinische Ausbildung und Forschung über Gallensäuretransport und Cholestase an der Universitätsklinik Freiburg. Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Habilitation. Chefarzt in Berlin und Frankfurt (Oder).

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