Transkriptionsfaktoren

Erbsubstanz DNA Doppelhelix
Doppelhelix (shutterstock)

Transkriptionsfaktoren erkennen spezifische DNA-Sequenzen und ermöglichen der Zelle, den genetischen Code abzulesen.

Allgemeines

Transkriptionsfaktoren sind Bindungsproteine, die für besondere DNA-Abschnitte sequenzspezifisch sind, und welche die Übertragung (Transkription) genetischer Informationen in Messenger-RNA (mRNA) kontrollieren, d. h. fördern oder unterdrücken. Es werden 5 Superklassen unterschieden, die wiederum in multiple Unterklassen eingeteilt werden.

Transkriptionsfaktoren sind zentral in die Regulation einer Vielzahl von Prozessen eingebunden, so z. B. in die Embyonalentwicklung, die Kontrolle der Zellteilung und die Abwehrfunktionen inkl. der Immunreaktionen. 1 Transkriptionsfaktoren müssen selbst wieder angefordert werden, wozu Signalkaskaden dienen. Sie gehen von verschiedenen Rezeptoren in der Zelle oder von der Zelloberfläche aus. Ein Beispiel für Rezeptoren, die immunologische Abwehrreaktionen auslösen, sind Toll-like-Rezeptoren (TLR) auf der Oberfläche von Immunszellen oder in Endosomen, die über Transkiptionsfaktoren wie NF-κB wirksam werden.

Mutationen von Transkriptionsfaktoren als Ursache von Krankheiten

Mutationen von Faktoren, die die Transkription kontrollieren, können zu Krankheiten prädisponieren. Bekannt sind solche Mutationen als Ursache beispielsweise vom MODY-Diabetes 2 und dem Rett-Syndrom (Autismus-verwandte Krankheit). 3 Mutationen in den DNA-Bindungsdomainen von FOXP3 führen zu „IPEX“, einer Krankheit, die durch X-Chromosom-gekoppelte Immundysregulationen, Polyendokrinopathie und Enteropathie gekennzeichnet ist. 4

Transkriptionsfaktoren sind als Ziele für eine indisviduelle Therapie von chronischen Krankheiten und von Krebs interessant geworden. Es werden inzwischen speziell angepasste Medikamente entwickelt. („Designer Drugs“) Sie ermöglichen eine Individualisierung von Behandlungen, bei denen die Aktivität verschiedener Signalwege und Checkpoints berücksichtigt werden soll. 5 6

Verweise

Weiteres

Letzte Aktualisierung von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt):
Medizinisch geprüft von

Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

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  1. Cell. 2018 Feb 8;172(4):650-665. DOI: 10.1016/j.cell.2018.01.029[]
  2. Endocr Dev. 2007;12:33-45[]
  3. Curr Opin Genet Dev. 2006 Jun;16(3):276-81[]
  4. Clin Dev Immunol. 2007;2007:89017.[]
  5. Curr Med Chem. 2005;12(6):691-701[]
  6. Biochim Biophys Acta. 2013 Jan;1835(1):76-85.[]

Von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Studium in Freiburg und Wien, biochemische Forschung in Bochum über Glykoproteine. Klinische Ausbildung und Forschung über Gallensäuretransport und Cholestase an der Universitätsklinik Freiburg. Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Habilitation. Chefarzt in Berlin und Frankfurt (Oder).

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