Die Mittelmeerkost ist eine im Mittelmeerraum übliche Form der Ernährung, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs senken und bei Adipositas zu einer Gewichtsabnahme führen kann. Sie wird mit vielen weiteren günstigen Effekten in Verbindung gebracht. Sie senkt das Risiko für Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf- und neurodegenerative Erkrankungen sowie für vorzeitigen Tod. Es wurden auch Einflüsse auf auf das Gehirn und den Darm nachgewiesen. Als einer der zentralen Mechanismen wird eine regulierende Wirkung auf die Endothelfunktion der Blutgefäße angenommen 1.
Zusammensetzung
Mittelmeerkost enthält viel Olivenöl, Nüsse, Früchte, Gemüse und Getreide, mäßig Fisch und Geflügel, wenig Milchprodukte, rotes Fleisch und Wurst, in Maßen Wein zu den Mahlzeiten, und wenig Süßigkeiten. Die Rezepte, die auf dieser Zusammensetzung beruhen sind vielfältig.
Einfluss auf den Kreislauf
Mittelmeerkost hat sich als besonders gesund zur Vorbeugung von Herzkreislaufkrankheiten erwiesen 2 3. Eine spanische Multicenterstudie hat den Effekt einer Mittelmeerkost, die mit nativem Olivenöl oder Nüssen angereichert ist, einer bezüglich Herzkreislaufkrankheiten gesunden, jedoch mit hohem kardiovaskulärem Risiko behafteten Personengruppe prospektiv geprüft. 4
Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall
Die Kostform hat sich als günstig für die Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen, d. h. eines Herzinfarkts und eines Schlaganfalls, herausgestellt. Eine Mittelmeerdiät, die mit Olivenöl oder Nüssen angereichert ist, senkt laut einer großen Studie das Risiko schwerer Herzkreislaufkrankheiten und ihrer akuten Ereignisse (wie Herzinfarkt und Schlaganfall) um 3 pro 1000 Personenjahre. Dies entspricht einer relativen Verbesserung des kardiovaskulären Risikos bei Hochrisikopatienten um 30 % 5. Die Arbeit wurde reevaluiert, und es ergaben sich etwa gleiche Ergebnisse. Studienumfang: 7447 Teilnehmer, 55 bis 80 Jahre alt, 57 % Frauen, mittlere Nachbeobachtungszeit 4,8 Jahre. Ergebnisse: In der Gruppe, die eine mediterrane Ernährung mit nativem Olivenöl erhielt, traten 96 Ereignisse auf (3,8 %), in der Gruppe, die eine mediterrane Ernährung mit Nüssen erhielt, 83 (3,4 %) und in der Kontrollgruppe 109 (4,4 %). Das bedeutet: Personen, die einer mit nativem Olivenöl oder Nüssen ergänzten Mittelmeerdiät zugewiesen wurden, hatten um 31% weniger schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse als diejenigen, die im Arm einer fettarmen Diät waren 6.
Einfluss auf das Gehirn
Vorbeugung einer Demenz
Eine mediterrane Diät (MD) kann laut einigen Studien, inklusive mehrerer randomisierter kontrollierter Studien, vor kognitivem Verfall und Demenz schützen. Eine systematische Auswertung von großen Datenbanken ergab im Zusammenhang mit MD verbesserte kognitive Funktionen, ein verringertes Risiko eines kognitiven Abbaus (Demenz). Sie zeigte jedoch auch auf, dass einige Studien keinen solchen Zusammenhang finden konnten 7. Weitere Analysen bestätigen, dass die Einhaltung der MD mit einer moderaten Verbesserung der kognitiven Gesundheit verbunden ist. 8 9 10 MD sollte daher als Teil eines multifaktoriellen Ansatzes zur Verbesserung der kognitiven Funktionen im Alter betrachtet werden 11.
Ängstlichkeit und Stressbewältigung
Die Einhaltung einer mediterranen Diät (MD verbessert die Fähigkeit, mit Angst und Stress umzugehen, aber nicht mit Depressionen. Dies ergab eine Querschnittsanalyse von in der Gemeinschaft lebenden älteren Australiern 12. Eine andere Untersuchung fand jedoch einen geringen positiven Zusammenhang mit einem Schutz vor Depression 13.
Einfluss auf den Darm
Mittelmeerkost beeinflusst die Zusammensetzung des Darmmikrobioms günstig und wirkt antientzündlich. Sie wird bei der Colitis ulcerosa und beim Morbus Crohn als grundlegende Ernährungsweise empfohlen 14.
Einfluss auf die Nieren
Die Mittelmeerkost hat das Potenzial, wegen ihrer günstigen Wirkung auf die Endothelfunktion, Entzündungsprozesse, das Lipidprofil und den Blutdruck auch für Patienten mit chronischer Nierenerkrankung eine empfehlenswerte Diät zu sein. 15
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Verweise
Weiteres
- Nutrients. 2020 Jul 24;12(8):2212. doi: 10.3390/nu12082212[↩]
- Circulation 1999;99:779-85.[↩]
- Am J Clin Nutr 2010;92:1189-96[↩]
- N Engl J Med. 2018 Jun 21;378(25):e34. doi: 10.1056/NEJMoa1800389.[↩]
- N Engl J Med. 2013 Apr 4;368(14):1279-90[↩]
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- Adv Nutr. 2016 Sep 15;7(5):889-904. doi: 10.3945/an.116.012138[↩]
- Front Public Health. 2022 Nov 16;10:1017078. doi: 10.3389/fpubh.2022.1017078[↩]
- Nutrients. 2021 Jun 16;13(6):2067. doi: 10.3390/nu13062067.[↩]
- BMC Geriatr. 2022 Jun 21;22(1):511. doi: 10.1186/s12877-022-03140-1[↩]
- J Am Med Dir Assoc. 2020 Oct;21(10):1402-1409. doi: 10.1016/j.jamda.2020.08.020[↩]
- Nutrients. 2024 Jan 26;16(3):366. doi: 10.3390/nu16030366[↩]
- Medicina (Kaunas). 2024 Apr 17;60(4):642. doi: 10.3390/medicina60040642[↩]
- Expert Review. Gastroenterology. 2024 Mar;166(3):521-532. doi: 10.1053/j.gastro.2023.11.303[↩]
- Nutrients. 2022 Dec 25;15(1):97. doi: 10.3390/nu15010097[↩]