Glukosurie

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Glukosurie bedeutet Zucker im Urin, süßer Urin. Zur Glukosurie kommt es bei Überschreiten der Nierenschwelle von 180 mg/dl Glukose im Blut. Die Ausscheidung von Glukose mit dem Urin ist Zeichen eines nicht optimal eingestellten Diabetes mellitus. Die Zuckerbestimmung im Urin gilt als ein wichtiger Kontrollparameter für die Behandlung. Eine Glukosurie bedeutet zudem ein erhöhtes Risiko für eine bakterielle Harnwegsinfektion.

Die Nieren in der Glukoseregulation

„2“ data-number-of-phrases=“4″>Die Niere ist ein wichtiger Akteur in der Aufrechterhaltung des notwendigen Zuckerspiegels im Blut ( „2“ data-number-of-phrases=“4″>Glukosehomöostase) „2“ data-number-of-phrases=“4″>.   Sie verhindert durch Resorption der Glukose aus dem Primärharn die Folgen einer  Unterzuckerung (Hypoglykämie). Auch trägt sie dazu bei, dass Überzuckerungen (Hyperglykämie) verhindert werden, und auf Dauer nicht zu (diabetischen) vaskulären Komplikationen, wie einer Nephropathie, Neuropathie und Retinopathie führen „3“ data-number-of-phrases=“4″>. 1 Die Resorption erfolgt durch molekulare Transporteure (Glukosetransporter) Beim Menschen wurden drei Familien solcher Transporter identifiziert (GLUT-Proteine, Na+-abhängige SGLT-Proteine und SWEET); in den Nieren ist SGLT aktiv. Die maximale renale Transportkapazität für Glukose (TmG) beträgt etwa 375 mg/min. Die Filtrationsrate liegt normalerweise deutlich unterhalb der TmG: für 180 g Glukose/Tag liegt sie bei 125 mg/min. Die Niere hat also eine große Reservekapazität. Erst wenn diese ausgeschöpft ist, kommt es zu einer Glukosurie. Im Fall einer Nierenkrankheit kann die Schwelle erniedrigt sein, und es kommt bereits bei geringeren Blutzuckererhöhungen (Hyperglykämie) zur Glukosurie.  1

Medikamentöse Glukosurie durch SGL2-Inhibitoren

„3“ data-number-of-phrases=“4″>Der Glukosetransporter SGLT2 ist Ziel einer neuen Therapie zur Senkung erhöhter Blutzuckerwerte. SGLT2-Inhibitoren (wie Empagliflozin) wirken über eine vermehrte renale Ausscheidung von Zucker und senken auf diese Weise den Blutzuckerspiegel. Weil Zucker das Wachstum von Bakterien fördert, erhöhen sie jedoch auch etwas das Risiko von Harnwegsinfektionen. 2

Die Nieren

Renale Glukosurie

“ data-language-for-alternatives=“de“ data-language-to-translate-into=“en“ data-phrase-index=“0″ data-number-of-phrases=“1″>Die gutartige familiäre renale Glukosurie ist “ data-language-for-alternatives=“de“ data-language-to-translate-into=“en“ data-phrase-index=“0″ data-number-of-phrases=“1″>eine primäre Störung des epithelialen Glukosetransports; “ data-language-for-alternatives=“de“ data-language-to-translate-into=“en“ data-phrase-index=“0″ data-number-of-phrases=“1″>die maximale tubuläre Glukoserückresorption ist herabgesetzt. “ data-language-for-alternatives=“de“ data-language-to-translate-into=“en“ data-phrase-index=“0″ data-number-of-phrases=“1″>Sie “ data-language-for-alternatives=“de“ data-language-to-translate-into=“en“ data-phrase-index=“0″ data-number-of-phrases=“1″>bedingt eine erniedrigte Nierenschwelle für Glukose. Der Defekt wird genetisch entweder autosomal-dominant oder autosomal-rezessiv vererbt. Es werden verschiedene Defekte unterschieden; sie werden durch Mutationen an Genorten erzeugt, die für die Bildung des Glukosetransporters SGLT2 zuständig sind. 3 4


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Verweise

Letzte Aktualisierung von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt):
Medizinisch geprüft von

Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Letzte medizinische Prüfung:

  1. Int J Mol Sci. 2021 Dec 16;22(24):13522. DOI: 10.3390/ijms222413522[][]
  2. Curr Top Med Chem. 2019;19(20):1818-1849. doi: 10.2174/1568026619666190828161409.[]
  3. Pediatr Nephrol. 1987 Jul;1(3):502-8. DOI: 10.1007/BF00849261[]
  4. Clin J Am Soc Nephrol. 2010 Jan;5(1):133-41. doi: 10.2215/CJN.04010609[]

Von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Studium in Freiburg und Wien, biochemische Forschung in Bochum über Glykoproteine. Klinische Ausbildung und Forschung über Gallensäuretransport und Cholestase an der Universitätsklinik Freiburg. Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Habilitation. Chefarzt in Berlin und Frankfurt (Oder).

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