Thrombozytenaggregationshemmer

Medikamente
Medikamente

Thrombozytenaggregationshemmer sind Medikamente, die zur Verhinderung einer Gerinnselbildung im Blut und einer Embolie eingesetzt werden. Sie verhindern die Aggregation von Thrombozyten und damit die lokale Thrombenbildung (Bildung von Blutgerinnseln) an arteriosklerotischen Gefäßen. Sie haben zur Senkung des Risikos kardiovaskulärer Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall eine außerordentlich weite Verbreitung gefunden.

Es werden weitere Hemmstoffe der Plättchenaggregation mit verbessertem Wirkungs-Nebenwirkungsprofil gesucht. 1 Vielversprechende Kandidaten sind komplexe Ruthenium-Verbindungen. 2 3

Beispiele

Inhaltsstoffe von Kaffee wirken ebenfalls durch Hemmung der Thrombozytenaggregation gerinnungshemmend (siehe hier).4

Indikationen

Thrombozytenaggregationshemmer werden meist vorbeugend eingesetzt, um einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu verhindern. Sie werden auch zur Prophylaxe eines Gefäßverschlusses nach Katheterdilatation und nach Stenteinlage in eine Arterie verwendet.

Da die Thrombozytenaggregationshemmer zum Teil erhebliche Nebenwirkungen aufweisen, muss die Indikation gut geprüft werden. Vor operativen und sonstigen interventionellen Eingriffen sollten die Thrombozytenaggregationshemmer, wenn vertretbar, abgesetzt werden (meist unter Heparin-Schutz).

Zu den schweren, lebensbedrohlichen Komplikationen gehört die Hirnblutung. Zu den leichteren Nebenwirkungen, die aber oft zum Absetzen führen, gehören Übelkeit, abdominelles Missempfinden und Magendarmblutungen. Zudem hat jedes Medikament sein eigenes Nebenwirkungsspektrum. In aller Regel überwiegen bei den zugelassenen Indikationen bei Berücksichtigung der Kontraindikationen die Vorteile einer Verhinderung einer Thrombembolie die Nachteile durch solche weniger häufigen Komplikationen. Vorteile und Risiken werden durch die behandelnden Ärzte berücksichtigt und zusammen mit dem Patienten abgewogen.


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Verweise

Weiteres

Letzte Aktualisierung von Prof. Dr. Konrad Buscher (Arzt):
  1. Future Med Chem. 2019 Jul;11(14):1757-1775. doi: 10.4155/fmc-2018-0345. Epub 2019 Jul 10. PMID: 31288579.[]
  2. J Clin Med. 2020 Apr 2;9(4):996. doi: 10.3390/jcm9040996. PMID: 32252398; PMCID: PMC7230480.[]
  3. Int J Mol Sci. 2018 Jun 20;19(6):1818. DOI: 10.3390/ijms19061818. PMID: 29925802; PMCID: PMC6032250.[]
  4. Molecules 2021, 26(1), 10; https://doi.org/10.3390/molecules26010010[]

Von Prof. Dr. Konrad Buscher (Arzt)

Prof. Dr. Konrad Buscher, MBA Staatsexamen und Promotion Berlin Charté Habilitation Universität Münster. Wissenschaftliche Arbeiten in San Diego / La Hoya Publikationen in verschiedenen hochrangigen Journals, u. a. in Front Cardiovasc Med., Circ Res., Angiogenesis., Front Immunol., Am J Transplant., Kidney Int., Cells. Eur J Cell Biol., Nanomedicine., BMJ Case Rep., mehrere in Nature Communications. Geschäftsführender Oberarzt der Medizinischen Klinik D