Megakolon

Meteorismus Darmgase Sonographie
Meteorismus (Sonographie)

Allgemeines

Megakolon bedeutet unnormale Erweiterung des Dickdarms. Eine Zunahme des Durchmessers im Bereich des Coecums über 12 cm hinaus ist pathologisch. Sie kann Ausdruck eines erheblich erhöhten Drucks im Kolonlumen oder einer Störung der Innervation der Muskulatur der Kolonwandung oder einer Erkrankung der Kolonwand selbst sein. Eine rasche Verschlechterung weist auf die Entwicklung eines toxischen Geschehens hin, das sich als Folge einer zunehmenden Permeabilitätstörung der Schleimhaut einstellt. Ein „toxisches Megakolon“ ist ein Notfall.

Symptomatik

Die Symptomatik eines Megakolons ist je nach Ursache unterschiedlich. Gemeinsam ist ein z. T. erheblicher Dehnungsschmerz, der vor allem bei einer raschen Entstehung auftritt. Gemeinsam ist auch eine Konstipation (starke Verstopfung) durch mangelhafte bis fehlende Fortbewegung des Darminhalts und eine erhebliche Ansammlung von Darmgasen (Meteorismus). Klinisch ist der Bauch vorgewölbt. Beim Beklopfen hört man Tympanie.

Durch Einschleusung von Darmkeimen und Endotoxinen in die Blutbahn kann sich die Krankheit rasch in Richtung Sepsis und allgemeines Organversagen verschlechtern.

Bauchschmerzen

Ursachen, Einteilung

Die Ursachen können vielfältig sein:

  • Desmose (Fehlen der Sehnenplexusschicht und der Bindegewebsfasern in der Längs- und Ringmuskelschicht 1 2)
  • Medikamente (z. B. Risperidon) 5 6. Antipsychotische Medikamente können die Darmarchitektur verändern 7.

Therapie

Die Behandlung beinhaltet mehrere Maßnahmen: Dringend sind vor allem

  • eine Dekompression (Entlüftungsschlauch, ggf. nach endoskopischer Absaugung der Darmgase) und
  • eine Therapie mit Breitspektrumantibiotika sowie
  • eine total parenterale Ernährung,
  • Ausgleich einer Imbalanz des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts,
  • Therapieversuch mit Neostigmin zur Anregung der Motilität.

Wegen der Gefahr eines rasch sich entwickelnden Multiorganversagens im Rahmen eines toxischen Schocks ist eine Bereitschaft zu einer Intensivüberwachung erforderlich. Beim toxischen Megakolon kann eine umgehende Kolektomie (operative Entfernung des Dickdarms) erforderlich werden.


Literatur: 8 9 10


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Verweise

Weiteres

  1. Eur J Pediatr Surg. 1998; 8 (5): 299–303[]
  2. Pathobiology. 2005; 72 (1–2): 1–102. doi:10.1159/000082310[]
  3. J Infect. 2006 Apr;52(4):e103-6. doi: 10.1016/j.jinf.2005.07.029. Epub 2005 Aug 29. PMID: 16126276.[]
  4. IDCases. 2023 Jul 25;33:e01858. doi: 10.1016/j.idcr.2023.e01858[]
  5. Singapore Med J. 2002 Oct;43(10):530-2. PMID: 12587709[]
  6. Indian J Psychol Med. 2013 Jan;35(1):87-8. doi: 10.4103/0253-7176.112214.[]
  7. Surg Endosc. 2013 May;27(5):1601-6. doi: 10.1007/s00464-012-2636-2[]
  8. Intern Emerg Med. 2013 Mar;8(2):185-6. doi: 10.1007/s11739-012-0849-y. Epub 2012 Aug 26. PMID: 22923362.[]
  9. J Clin Gastroenterol. 1987 Apr;9(2):160-4. doi: 10.1097/00004836-198704000-00010. PMID: 3571890.[]
  10. Inflamm Bowel Dis. 2012 Mar;18(3):584-91. DOI: 10.1002/ibd.21847. PMID: 22009735.[]