INR

Blutdiagnostik Laborwerte
Blutröhrchen

Allgemeines

INR ist das Akronym für „International Normalized Ratio“. Der Wert reflektiert die Gerinnbarkeit des Bluts in Bezug zur normalen Gerinnbarkeit. Im INR sind messtechnische Unterschiede, die beim früher verwendeten Quick-Wert von Labor zu Labor auftreten konnten, so korrigiert, dass die Werte unabhängig von der Bestimmungsmethode überall miteinander vergleichbar sind.

Eine Zunahme der Zeit bis zur Gerinnung des Bluts unter definierten Standardbedingungen bedeutet eine Zunahme auch des INR. Der Quick-Wert dagegen fällt bei Zunahme der Gerinnungszeit.

Indikationen

Kontrolle einer Antikoagulationstherapie

Die Therapie mit Vitamin-K-abhängigen Antikoagulanzien wie Marcumar oder Falithrom wird heute über die Bestimmung des INR-Werts kontrolliert. Moderne Antikoagulazien sind Faktor-Xa-Hemmer, die keiner Gerinnungskontrolle mehr bedürfen.

Für die einzelnen Indikationen zur Verringerung der Gerinnbarkeit des Bluts mit Antikoagulanzien gelten therapeutische Zielbereiche. Überschreitet der INR die Obergrenze, beginnt das Blutungsrisiko höher als der Thromboseschutz zu werden. Bleibt er unter der Untergrenze, so ist der Schutz vor einer Gerinnselbildung nicht optimal.

Prognostische Bedeutung

Der INR-Wert wir auch zur Bestimmung der Blutgerinnbarkeit bei schweren Krankheiten verwendet. In solchen Fällen hat er vielfach auch eine  prognostische Bedeutung, so z. B. bei einer geplanten Cholezystektomie, bei der die Mortalität über einem Wert von 1,5 ansteigt 1, oder bei einer geplanten Leberbiopsie, bei der dder INR-Wert das Risiko für eine Blutung und einen schlechten Ausgang anzeigt 2.

Therapeutische Bereiche

Normalbereich: Der Normbereich bei normaler Gerinnbarkeit liegt bei 1.

Therapeutische Zielbereiche: Folgende Zielbereiche werden angestrebt (siehe Empfehlungen der einzelnen Fachgesellschaften):


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Ergänzende Informationen

Weiteres

Letzte Aktualisierung von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt):
Medizinisch geprüft von

Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Letzte medizinische Prüfung:

  1. Am Surg. 2019 Oct 1;85(10):1184-1188[]
  2. Eur Radiol. 2024 Oct;34(10):6416-6424. doi: 10.1007/s00330-024-10692-w[]
  3. Chest. 2008 Jun;133(6 Suppl):381S-453S. doi: 10.1378/chest.08-0656[]

Von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Studium in Freiburg und Wien, biochemische Forschung in Bochum über Glykoproteine. Klinische Ausbildung und Forschung über Gallensäuretransport und Cholestase an der Universitätsklinik Freiburg. Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Habilitation. Chefarzt in Berlin und Frankfurt (Oder).