Cyfra 21-1

Blutdiagnostik Laborwerte
Blutröhrchen

Cyfra 21-1 ist ein Tumormarker, der als Verlaufsparameter für viele Krebsarten und für die Lungenfibrose dienen kann. Es wird die lösliche Fraktion von Cytokeratin 19 bestimmt (daher den Name: Cytokeratin 19 fragment). Cytokeratin 19 ist eine Untereinheit von Intermediärfilamenten, die in Epithelien und in von ihnen abstammenden Krebsarten vorkommen. Die Bestimmung im Blut erfolgt durch einen ELISA-Test. In Studien werden Normalwerte von  0,96 ± 0,81 ng/ml gemessen. 1

Normwert

Als Normgrenze wird meist 3,0 ng/ml, in manchen Laboren 3,3 ng/ml angegeben. In wissenschaftlichen Untersuchungen werden auch andere Cut-off´s (z. B. 2,7 ng/ml) verwendet.

Diagnostische Bedeutung

Tumormarker

Der Wert von Cyfra 21-1 kann als Hinweis auf Tumore epithelialen Ursprungs genommen werden. Eine Bedeutung hat es erlangt als Tumormarker und Verlaufsparameter für

  • das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom (siehe hier). In einer Studie wurden bei 30,7 % der Patienten mit Lungenkrebs erhöhte Werte (37 U/ml) von CA19-9 gefunden. 2

Aber auch andere Tumore können mit einer Erhöhung von Cyfra 21-1 einhergehen, so z. B.

Für diese Krebsarten kann der Tumormarker als Parameter für die Beurteilung von Verlauf und Prognose herangezogen werden.

Marker einer Lungenfibrose

CYFRA 21-1 wird im hyperplastischen Epithel des Lungengewebes bei Lungenkrankheiten exprimiert.

In einer Studie wiesen 38,9 % der Patienten mit idiopathischer interstitieller Pneumonie (IIP), Kollagenkrankheit-assoziierter Lungenfibrose (CDPF), diffuser Panbronchiolitis (DPB) und Bronchiektasie erhöhte Serum-CA19-9-Spiegel auf. 9

In einer weiteren Studie wurden bei Patienten mit idiopathischer Lungenfibrose Werte von 2.34 ± 2.15 ng/ml (vs. bei normalen Kontrollpersonen 0.96 ± 0.81 ng/ml) gemessen. Die Höhe des Werts sowie ein Anstieg zeigten das Risiko einer Verschlechterung innerhalb 12 Monaten an. 1


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Verweise

Weiteres

Letzte Aktualisierung von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt):
  1. Am J Respir Crit Care Med. 2022 Jun 15;205(12):1440-1448. DOI: 10.1164/rccm.202107-1769OC [][]
  2. J Clin Lab Anal. 2007;21(2):103-6. doi: 10.1002/jcla.20136. []
  3. Cancer Sci. 2017 Nov;108(11):2221-2228. doi: 10.1111/cas.13384.[]
  4. Tumour Biol. 2016 Jan;37(1):1271-8. doi: 10.1007/s13277-015-3914-0.[]
  5. PLoS One. 2019 May 9;14(5):e0216561. doi: 10.1371/journal.pone.0216561.[]
  6. Ann Surg Oncol. 2008 Feb;15(2):583-9[]
  7. Int J Urol. 2010 Nov 11. doi: 10.1111/j.1442-2042.2010.02671.x. [Epub ahead of print][]
  8. Biomarkers. 2009 Nov;14(7):480-5[]
  9. J Clin Lab Anal. 2007;21(2):103-6. doi: 10.1002/jcla.20136[]

Von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Approbation, Promotion Medizinische Fakultät Universität Freiburg, 3 Jahre Biochemische Forschung Universität Bochum, Klinische und experimentelle Forschung in Zusammenarbeit mit dem Biochemischen Institut der Naturwissenschaftlichen Fakultät Freiburg und dem Institut für Informatik Würzburg. Habilitation an der Medizinischen Klinik der Universität Freiburg. Chefarzt der DRK-Kliniken Berlin und am Klinikum Frankfurt (Oder). Veröffentlichungen in verschiedenen hochrangigen Peer-Review-Journals inkl. Hepatology, Artif Intell Med., J Lipid Res., Adv Enzyme Regul., Dtsch Med Wochenschr., Med Welt., Z Krebsforsch., Ultraschall Med.