Hämaturie

Urogenitalsystem Nieren Harnwege
Urogenitalsystem mit Nieren und Harnwegen

Hämaturie bedeutet blutiger Urin. Es wird eine mit dem Auge erkennbare Makrohämaturie von einer nur mikroskopisch erkennbaren Mikrohämaturie unterschieden, die oft gleichbedeutend mit einer Erythrozyturie verwendet wird. Eine Rotverfärbung des Urins ist nicht immer durch Erythrozyten bedingt, sondern kann auch durch rote Farbstoffe (z. B. aus roter Bete) und durch Myoglobin zustande kommen. Im Zweifel sollte eine mikroskopische Untersuchung des Urins rasch Klärung bringen.


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Ursachen einer Hämaturie

Blut im Urin kann sowohl aus der Niere als auch aus den ableitenden Harnwegen stammen. Häufigere Ursachen sind:

  • glomeruläre Erkrankungen, z. B. Glomerulonephritis
  • tubulointerstitielle Nephritis
  • Nierenstein (Nierenbeckenstein. Harnleiterstein, Blasenstein)
  • Einblutung in eine Nierenzyste
  • Gefäßmalformation im Bereich der Nieren oder der ableitenden Harnwege
  • Tumor im Bereich der Harnwege (Urothelkarzinom, Blasenkarzinom, Prostatakarzinom)
  • Entzündung in den ableitenden Harnwegen (aufsteigender Harnwegsinfekt, Urethritis, Zystitis)
  • Blutungsneigung (Erkrankung des Gerinnungssystems, medikamentöse Gerinnungshemmung)

Siehe auch unter Erythrozyturie.

Verweise

Letzte Aktualisierung von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt):
Medizinisch geprüft von

Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Letzte medizinische Prüfung:

Von Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (Arzt)

Studium in Freiburg und Wien, biochemische Forschung in Bochum über Glykoproteine. Klinische Ausbildung und Forschung über Gallensäuretransport und Cholestase an der Universitätsklinik Freiburg. Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Habilitation. Chefarzt in Berlin und Frankfurt (Oder).